Sensations-Gold - Benedikt Rothe ist Deutscher Meister! Idris Ibaev holt Silber!

Benedikt Rothe erklomm in der Klasse bis 82kg die diesjährige Spitze des deutschen Ringsports!

- 07.06.2026, 22:00
- Von: Roman Hölzl
Die Deutschen Meisterschaften im Ringen 2026 in der Untermainhalle von Elsenfeld haben einmal mehr eindrucksvoll die Leistungsstärke des deutschen Ringsports unter Beweis gestellt. In hochklassig besetzten Teilnehmerfeldern kämpften die besten Athletinnen und Athleten des Landes vom 03. bis 06. Juni um die nationalen Titel. Aus Sicht des SV Wacker Burghausen verlief das Turnier äußerst erfolgreich: Benedikt Rothe gewann sensationell die Goldmedaille, während Idris Ibaev Silber errang.
Im griechisch-römischen Stil der Gewichtsklasse bis 82 Kilogramm präsentierte sich Benedikt Rothe in beeindruckender Form. Der Burghauser dominierte das Turniergeschehen von Beginn an und ließ seinen Gegnern kaum eine Chance. Bereits in der Qualifikation setzte Rothe ein Ausrufezeichen mit einem Schultersieg gegen Maximilian Besser (KSV Unterelchingen, Württemberg) – diese Leistung ist umso höher einzustufen, da Rothe bei den bisherigen beiden Duellen mit Besser stets den Kürzeren gezogen hatte. Im Viertelfinale wartete mit Jakob Dietel (RSV Frankfurt/Oder, Brandenburg) ein vermeintlich leichterer Gegner, gegen den Rothe auch nichts anbrennen ließ: Mit einem 9:0-Überlegenheitssieg zog der Burghauser nach nur gut zwei Minuten Kampfzeit ungefährdet ins Halbfinale ein. Dort kam es zur Neuauflage des entscheidenden Kampfs der diesjährigen Bayerischen Meisterschaften gegen Michael Janot (SV Johannis Nürnberg). Schon damals setzte sich Benedikt Rothe klar mit 11:2 gegen den fränkischen Athleten durch und sicherte sich somit den Landesmeistertitel. Dieses Mal sollte der Kampf wesentlich knapper enden: So ging Janot zu Kampfbeginn schnell mit 3:0 in Führung, doch Rothe zermürbte im weiteren Kampfverlauf seinen Gegner konditionell, sodass ihm zuerst der Ausgleich und wenig später die vielumjubelte 6:3 Führung gelang. Damit zog Rothe zum ersten Mal in seiner noch jungen Karriere ins Finale einer Deutschen Meisterschaft ein. Dort kam es zum entscheidenden Kräftemessen mit Robert Schröder (Sachsen-Anhalt, Roter Stern Sudenburg). Im ersten Kampfabschnitt agierte der Wackerianer souverän und abgeklärt und zog schnell mit 4:0 davon. Doch zu Beginn der zweiten Runde folgte dann der Dämpfer: Nach einem Schwunggriff seines Gegners gelang diesem der 4:4 Ausgleich, durch den er aufgrund der zuletzt erzielten Wertung in Führung ging. Aber wie schon in den vorangegangen Turnierkämpfen spielte Rothe auch dieses Mal seine große konditionelle Überlegenheit aus und zwang seinen Gegner immer mehr in die Defensive. So gelangen ihm insgesamt noch drei weitere Wertungspunkte, sodass am Ende ein 7:4 Punktsieg auf der Anzeigetafel zu sehen war. Nach dem Abpfiff reckte Rothe die geballte Faust gen Himmel und feierte seinen Sieg ausgelassen. Für Benedikt Rothe, der eigentlich noch immer in der U23-Altersklasse startberechtigt ist, erfüllte sich damit gleich bei seinem ersten Finaleinzug sein großer Traum vom Gewinn einer Deutschen Meisterschaft.
Ebenfalls überzeugen konnte Idris Ibaev im griechisch-römischen Stil im Limit bis 77 Kilogramm. Der Burghauser Nationalkaderathlet zeigte eine starke Turnierleistung und kämpfte sich ebenfalls bis ins Finale vor. Zuvor besiegte er Justin Hahn (RV Lübtheen, Mecklenburg-Vorpommern) und Andre Noel Steinwand (SV Ebersbach, Württemberg) jeweils vorzeitig - in beiden Duellen benötigte er für seinen technischen Überlegenheitssieg nicht einmal eine Minute an Kampfzeit. Im Halbfinale wartete mit Louis Lay (SVG Nieder-Liebersbach, Nordbaden) der erste erstzunehmende Gegner. Lay, der in der Bundesliga für die SV Germania Weingarten aufläuft, entpuppte sich als der erwartet unangenehme Gegner. Doch am Ende machte Ibaev in der zweiten Runde per Durchdreher den 4:1 Punktsieg klar und zog somit erneut ins Finale ein. Nachdem Ibaev im Vorjahr Aaron Bellscheidt mit 1:1 durch die zuletzt erzielte Wertung niederringen konnte, traf er heuer auf dessen Bruder Samuel Bellscheidt (KSK Konkordia Neuss, Nordrhein-Westfalen). Besonders kurios: auch heuer endete der Vergleich mit 1:1 und Ibaev gelang ebenfalls die letzte Wertung. Doch in Folge einer Änderung im internationalen Regelwerk unterlag Ibaev dieses Mal, da seit heuer im griechisch-römischen Stil im Falle eines 1:1-Unentschiedens nicht mehr die zuletzt erzielte Wertung entscheidet, sondern die erste. Da der erste Punkt heuer an Samuel Bellscheidt ging, verpasste Idris Ibaev seine angestrebte Titelverteidigung und belegte somit den Silberrang.
Im Schwergewicht hatte zudem Alexander Kreimer kein Glück bei der Auslosung – in den Poolkämpfen traf er auf die beiden stärksten Ringer Franz Richter (AVG Markneukirchen, Sachsen) und Patrick Neumaier (KSV Hofstetten, Südbaden), gegen deren körperliche Überlegenheit das junge Burghauser Eigengewächs nichts entgegenzusetzen hatte. Im dritten Poolkampf traf er auf Calvin Keil (RG Lahr, Südbaden), den er nach einem echten Kraftakt in den letzten Sekunden des Kampfs noch mit 5:3 in die Knie zwingen konnte, nachdem er bis dahin mit 3:3 in Rückstand gelegen war. Im Kampf um Platz fünf ging Kreimer anschließend kampflos als Sieger hervor, da sein designierter Gegner Alexi Kavtaratze (RSC Eiche Sandhofen, Nordbaden) verletzungsbedingt nicht antreten konnte. Der fünfte Platz bei den diesjährigen Deutschen Meisterschaften stellt Kreimers bisher bestes Abschneiden im Seniorenbereich dar. Sieglos blieb hingegen Benjamin Haizinger in der Gewichtsklasse bis 67kg im griechisch-römischen Stil, nachdem er gegen Kutkagan Öztürk (KSV Witten, Nordrhein-Westfalen) beim Stand von 2:8 auf die Schultern ging. Kurzfristig absagen mussten hingegen Magomed und Baschir Kartojev ihren Start bei den diesjährigen Deutschen Meisterschaften, die beide als heiße Anwärter auf Edelmetall galten. So verletzte sich Freistil-Ass Magomed Kartojev im Training am Sprunggelenk, sein Bruder Baschir verletzte sich quasi zeitgleich mit der Meldung für die Deutschen Meisterschaften an den Rippen – ein Start bei diesem körperlich fordernden Turnier kam schlussendlich für beide Brüder zu früh.
Betreut wurden die Burghauser Athleten von Matthias Maasch, der in Elsenfeld vor Ort seine Schützlinge auf die jeweiligen Turniergegner einstimmte. „Dass Benedik Rothe in so jungen Jahren zum ersten Mal den Titel holen konnte, ist absolut beeindruckend. Auf der Matte zeigte er sich voll konzentriert und spielte seine Stärken erstklassig aus. Hut ab vor seiner Leistung. Idris Ibaev merkte man an, dass er sich erst seit einigen Wochen wieder im Training befindet, nachdem er sich ja im Bundesligafinale schwerer verletzt hatte. Die Kämpfe mit Samuel Bellscheidt verliefen in der Vergangenheit immer ausgeglichen – beide Ringer kennen sich von den gemeinsamen Trainingseinheiten der Nationalmannschaft in und auswendig. Wenngleich dieses Mal Samuel das bessere Ende für sich hatte, bin ich mir sicher, dass ein hundertprozentig fitter Idris Ibaev in Zukunft das Blatt wieder wenden wird. Alex Kreimer hingegen hatte Pech bei der Auslosung, dass er in seinem Pool auf den späteren Deutschen Meister und Vizemeister traf. Ansonsten wäre vielleicht sogar eine Medaille drin gewesen. Alle Ergebnisse unserer Ringer sind das Ergebnis kontinuierlicher und harter Arbeit im Training zusammen mit Eugen Ponomartschuk. Darauf kann man in jedem Fall stolz sein.“














