Engagierte Leistung: Wacker Ringer unterliegen Titelfavoriten SV Germania Weingarten

Alexander Kreimer sicherte sich im Schwergewichtskampf einen verdienten Sieg gegen den deutschen Spitzenringer Peter Öhler.

Die Vorzeichen waren bereits im Vorfeld alles andere als optimal: Beim Auswärtskampf in Weingarten musste der SV Wacker Burghausen auf mehrere Leistungsträger verzichten und konnte nicht in Bestbesetzung antreten. Dennoch zeigte die junge Wacker-Mannschaft eine couragierte Vorstellung und konnte insbesondere mit einigen starken Einzelleistungen überzeugen. Am Ende musste sich Burghausen dem Titelfavoriten mit 11:20 geschlagen geben.

Den Auftakt machte in der 61-kg-Klasse Freistil Wackers Neuzugang Aliabbas Rzazade. Gegen den WM-Dritten von 2021, Horst Lehr, erwischte der Burghauser zunächst einen unglücklichen Start und lag bereits mit 0:6 zurück. Doch Rzazade ließ sich davon nicht beirren. Mit seiner agilen und offensiven Ringweise kämpfte er sich eindrucksvoll zurück in den Kampf. Im Stand gelang ihm ein sehenswerter Überwurf, ehe er Lehr schließlich auf beide Schultern zwang. Ein spektakulärer Auftakt und ein wichtiger Schultersieg für den Wacker-Neuzugang. Im anschließenden Greco-Schwergewicht traf Alexander Kreimer auf den erfahrenen Altinternationalen Peter Öhler. Kreimer knüpfte nahtlos an seine starke Vorstellung aus der Vorwoche an. In einem intensiven Kampf über die vollen sechs Minuten behielt der Burghauser die Nerven und setzte sich verdient mit 3:1 nach Punkten durch. Im dritten Kampf des Abends feierte Dmytro Vertai bis 66 kg Greco sein Bundesliga-Debüt. Mit dem WM-Dritten Karen Aslanyan wartete allerdings gleich eine äußerst schwere Aufgabe auf den jungen Burghauser. Der Weingartener Neuzugang punktete im Standkampf mit Schwunggriffen und setzte sich nach knapp vier Minuten technisch überlegen durch. Im Halbschwergewicht Freistil ging Eduard Tatarinov für den SV Wacker auf die Matte. Gegen Nico Kiwit war er jederzeit Herr der Lage, agierte taktisch klug und punktetet immer wieder mit Beinangriffen. Am Ende stand ein souveräner 7:0 Punktsieg für Tatarinov zu Buche. Im letzten Kampf vor der Pause bis 71 kg Freistil musste Eric Dietrich für den arbeitsbedingt verhinderten Magomed Kartojev einspringen. Gegen den deutschen Meister Nico Megerle hatte Dietrich einen schweren Stand, musste sich in der ersten Halbzeit geschlagen geben und damit lag Burghausen mit 8:7 im Hintertreffen.

Zu Beginn der zweiten Hälfte lieferte sich Idris Ibaev in der 86-kg-Greco Klasse einen packenden Kampf mit dem noch unbesiegten Florian Neumaier. Beide Athleten schenkten sich über die gesamte Kampfzeit nichts und kämpften um jeden Zentimeter Matte. Am Ende setzte sich der Weingartener denkbar knapp beim Stand von 1:1 durch die zuerst erzielte Wertung durch und holte einen weiteren Mannschaftspunkt für die Hausherren. Im 75kg Greco Duell traf Witalis Lazosvki auf Shant Khachatryan. Der Wackerianer wurde in der zweiten Minute von einem Überwurf seines Gegners überrascht und musste sich vorzeitig geschlagen geben. Damit zog Weingarten auf 13:7 davon. Im 80kg Freistil Limit feierte mit dem jungen Daniel Meyer ein weiterer Wacker Athlet sein Bundesligadebüt. Der deutsche Jugend Meister zeigte gegen den Weingartner Neuzugang Yegor Anchugin einen starken Auftritt. Verbissen kämpfte er über die gesamtem sechs Minuten jede Situation aus und schaffte es sogar selbst gegen den kasachischen Weltklassemann zu punkten. Trotz der 3:11 Niederlage eine couragierte Leistung des Wackerianers, dem mit Sicherheit die Zukunft gehören wird. Im vorletzten Kampf des Abends sprang Leo Kühl für den David Baev in die Bresche. Gegen den deutschen Meister Marcel Wagin stand der junge Burghauser vor einer äußerst schwierigen Aufgabe und unterlag in der ersten Halbzeit vorzeitig. Zum Abschluss gab es dann aus Wackersicht noch einmal ein echtes Highlight. Das erst 17-jährige Wacker Eigengewächs Sultan Muhametow traf auf den sechs Jahre älteren Louis Lay, der nächste Woche die deutsche Nationalmannschaft bei der U23 Weltmeisterschaft in Las Vegas vertreten wird. Trotz seiner Außenseiterrolle hielt Muhametow den Kampf offen und ging mit einem knappen Rückstand in die Pause. Zu Beginn der zweiten Hälfte schlug dann die große Stunde des Wackerianers. Mit einem Bilderbuch Hüftwurf beförderte er Lay in die gefährliche Lage und drückte ihn auf die Schultern. Der Weingartner Anhang war konsterniert und in der Wackerecke herrschte grenzenloser Jubel.

Trotz der 11:20-Niederlage zeigte der SV Wacker damit auch in Weingarten, dass die Mannschaft über viel Qualität und vor allem über starken Nachwuchs verfügt. Besonders die beiden Siege von Alexander Kreimer und Sultan Muhamedov sowie die couragierten Auftritte der jungen Wacker-Ringer machen Mut für die kommenden Aufgaben. Am kommenden Wochenende trifft Burghausen in der heimischen Sportparkhalle auf den AC Lichtenfels, der nach fünf Kampftagen den überraschenden fünften Tabellenplatz einnimmt – ein für beide Teams wichtiges Duell, wenn es um den möglichen Einzug in die Play-Offs geht.

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