Wacker will vor heimischem Publikum gegen AC Heusweiler die passende Antwort geben

Man darf gespannt sein, ob die Burghauser WM-Starter um Akhsarbek Gulaev am Samstag in der Bundesliga auflaufen werden.

Nach dem schwierigen Rückrundenauftakt beim KSV Köllerbach kehren die Bundesliga-Ringer des SV Wacker Burghausen am kommenden Kampftag in die heimische Halle zurück. Dort wartet mit dem AC Heusweiler der derzeitige Tabellen-Sechzehnte auf die Salzachstädter. Die Ausgangslage scheint auf den ersten Blick eindeutig, doch gerade solche Begegnungen bergen ihre eigenen Gefahren. Der SVW will deshalb von Beginn an konzentriert auftreten, seiner Favoritenrolle gerecht werden und mit einer möglichst starken Mannschaft die nächsten Punkte einfahren.

Die 11:28-Niederlage in Köllerbach fiel deutlich aus, lässt sich allerdings auch mit der damaligen Aufstellung erklären. Burghausen trat im Saarland nicht in Bestbesetzung an und musste unter anderem in mehreren Gewichtsklassen auf seine internationalen Leistungsträger verzichten. Der AC Heusweiler verlor seinerseits den letzten Kampf vor eigener Kulisse mit 5:19 gegen den KSV Witten 07. Die Saarländer gewannen dabei lediglich zwei der zehn Einzelduelle.

Im ersten Kampf des Abends, dem 61-kg-Limit im griechisch-römischen Stil, könnte Amangali Bekbolatov auf Fynn Jochem treffen. Der Heusweiler Athlet musste sich zuletzt Denis Florin Mihai bereits nach 44 Sekunden technisch überlegen geschlagen geben – ein ähnlich klares Ergebnis erhoffen sich die Burghauser Verantwortlichen vom Kasachen. Ein deutlicher Sieg im ersten Duell würde nicht nur die Mannschaft in Führung bringen, sondern auch die Zuschauer sofort mitnehmen. Anschließend wechselt die Kampffolge vom leichtesten direkt in das schwerste Limit. In der Klasse bis 130-kg-Freistil wäre Eduard Tatarinov die naheliegende Burghauser Spitzenbesetzung, sollte der slowakische WM-Starter Batyrbek Tsakulov weiterhin nicht zur Verfügung stehen. Tatarinov gehörte schon in Köllerbach zu den überzeugendsten Akteuren des SVW und bezwang Tillman Milan Schäfer in nur 66 Sekunden mit 16:0 technisch überlegen. Heusweilers Gennadij Cudinovic ging bei den Weltmeisterschaften für Deutschland auf die Matte, unterlag im Erstrundengefecht gegen Burghausens Batyrbek Tsakulov klar mit 0:7. Man darf also in jedem Fall gespannt sein – ein spannender Fight scheint vorprogrammiert. Danach geht es zurück in die leichten Gewichtsklassen. Im 66-kg-Freistil könnte SVW-Neuzugang Aliabbas Rzazade auf den Franzosen Marwane Yezza treffen. Yezza unterlag gegen Witten mit 2:7, hielt die Niederlage jedoch in Grenzen. Mit Aliabbas Rzazade könnte Burghausen hier einen international erfahrenen Freistilspezialisten aufstellen, der sowohl technisch als auch athletisch deutliche Vorteile besitzen dürfte. Zuletzt fehlte der Aserbaidschaner jedoch Burghausens Cheftrainer Eugen Ponomartschuk. Im vierten Kampf, dem 98-kg-Limit im griechisch-römischen Stil, darf man auf Burghauser Seite gespannt sein, wer auf Heusweilers Sebastian Janowski treffen wird. Der amtierende WM-Fünfte Alex Kessidis wäre in dieser Klasse sicher die bestmögliche Besetzung in dieser Gewichtsklasse, ob der schwedische WM-Fahrer nach dem kräftezehrenden Groß-Event schon wieder für die Bundesliga einsatzbereit ist, bleibt abzuwarten. Janowski zeigte vor der WM-Pause gegen Nico Brunner allerdings, dass er nur schwer deutlich zu bezwingen ist: Nach sechs Minuten stand es 2:2; der Heusweiler verlor lediglich aufgrund der höheren Einzelwertung seines Gegners. Im 71-kg-Limit wäre beim SVW Witalis Lazovski im griechisch-römischen Stil eigentlich gesetzt – ob er nach seiner verletzungsbedingten Aufgabe beim Auswärtskampf in Köllerbach schon wieder einsatzfähig sein wird, wurde bisher nicht bekannt. Alexander Komarovskiy wäre eine mögliche Burghauser Alternativbesetzung in dieser Kampfpaarung, zumal auf Heusweiler Seite zuletzt Louis Hoffmann mit Übergewicht angetreten war und mögliche Alternative im Kader der Saarländer nicht auszumachen sind.

Im 86-kg-Freistilkampf, dem ersten Fight nach der Pause, darf man gespannt sein, welcher Ringer beim SVW auflaufen wird, sollte der etatmäßig gesetzte Eduard Tatarinov tatsächlich ins Schwergewicht aufrücken. Als designierten Gegner dürfte man bei den „Gorillas“ aus Heusweiler den deutschen Meister der Veteranen Moytaba Ziaei im Fokus haben. Der Heusweiler unterlag zuletzt dem deutschen Spitzenringer Kiril Kildau nur mit 2:5 und zeigte über weite Strecken, dass er einen Kampf taktisch eng gestalten kann. Gulaev würde dennoch als klarer Favorit auf die Matte gehen. Nach sechs Kämpfen beginnt der Mittelgewichtsblock: Im ersten 75-kg-Duell des Abends, das im freien Stil ausgetragen wird, könnte David Baev auf den Ukrainer Zelimkhan Tohuzov treffen. Tohuzov gilt als gefährlichster Heusweiler Punktesammler. Nichtsdestotrotz wäre David Baev, seines Zeichens zweifacher Europameister, klarerer Favorit, sollte es zu diesem Mattengefecht kommen. Danach wechselt die Kampffolge ins 80-kg-Limit im griechisch-römischen Stil. Hier hat Trainer Eugen Ponomartschuk die Qual der Wahl zwischen Sultan Muhametow, Albert Kreimer bzw. dem zuletzt verletzten Baschir Kartojev – einer der drei Athleten dürfte auf Leander Bode treffen. Alle drei Wackerianer dürften gegen den Heusweiler realistische Siegchancen haben. Im vorletzten Duell steht das zweite 75-kg-Limit auf dem Programm - diesmal im griechisch-römischen Stil. Hier könnte Artur Tatarinov auf Halef Cakmak treffen, wobei die Favoritenrolle klar auf Seiten des Burghausers liegen dürfte. Den Abschluss des Kampfabends bildet das 80-kg-Freistilduell. Heusweilers Georgier Giorgi Sulava holte am vergangenen Kampftag einen der beiden Siege der Saarländer. Sulava setzte sich in einem engen Kampf mit 14:13 gegen Gregor Eigenbrodt durch. Beim SVW dürfte an Akhsarbek Gulaev kein Weg vorbeiführen, der bisher eine starke Saison rang. Da der Slowake zuletzt ebenfalls bei der WM im Einsatz war, stünde als Alternative auch der deutsche Jugendmeister Daniel Meyer parat, der beim Auswärtskampf in Weingarten ein vielversprechendes Bundesligadebüt feierte.

Neben hochklassigem Ringsport dürfen sich die Zuschauer auf ein interessantes Event in der Halbzeit freuen – die „Burghausen Magic“ Cheerleader werden ihr aktuelles Programm präsentieren, mit dem sie dann Mitte November beim "ICU Worldcup" in Athen teilnehmen werden. Beim ICU World Cup treten keine Nationalmannschaften, sondern einzelne Vereinsmannschaften aus verschiedenen Ländern gegeneinander an. Das Team des TV 1868 Burghausen qualifizierte sich durch den zweiten Platz bei den Deutschen Cheersport-Meisterschaften in Neu-Ulm.

Die Vorkämpfe bestreiten an diesem sportlich hochklassigen Groß-Kampftag einerseits die Schüler des SV Wacker Burghausen, die ab 16:15 Uhr auf das Team des AC Bad Reichenhall treffen werden. Den Hinkampf entschieden die Bad Reichenhaller mit 20:13 für sich, nun soll in der heimischen Sportparkhalle die Revanche hierfür folgen. In der Oberliga trifft die Burghauser „Zwoate“ auf das Traditionsteam des ATSV Kelheim. Gegen die Nordbayern kassierte die Burghauser Reservemannschaft in der Vorrunde eine schallende 34:3-Niederlage – in der Rückrunde dürften die Burghauser Karten nun deutlich besser stehen.

 

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