Unterm Strich enttäuschend: Burghauser Freistilringer bleiben ohne WM-Medaille

Gulomjon Abdullaev verpasste dein Einzug ins kleine Finale höchst unglücklich

Vier Freistilringer aus dem Bundesligakader des SV Wacker Burghausen gingen bei den Weltmeisterschaften in Astana auf die Matte. Trotz einiger guter Ansätze und hochklassiger Auftritte blieb dem Burghauser Quartett eine Medaille verwehrt. Am weitesten kam Gulomjon Abdullaev, der zwei Kämpfe gewann, das Viertelfinale erreichte und anschließend in der Hoffnungsrunde ausschied. Für Iszmail Muszukajev, Akhsarbek Gulaev und Batyrbek Tsakulov war das Turnier frühzeitig beendet, sodass die diesjährige WM-Bilanz der vier Burghauser Freistilringer insgesamt ernüchternd ausfiel.

Bei den Titelkämpfen in der kasachischen Hauptstadt wurde einmal mehr deutlich, wie eng die Weltspitze im freien Stil zusammengerückt ist. Mehrere Burghauser Athleten trafen bereits zum Auftakt auf Gegner, die selbst zum engsten Kreis der Medaillenanwärter gehörten. Dennoch hatten sich die vier international erfahrenen Wacker-Ringer vor Beginn der Weltmeisterschaft sicherlich mehr ausgerechnet.

Den stärksten Auftritt der Burghauser Freistilringer zeigte Gulomjon Abdullaev in der Gewichtsklasse bis 61 Kilogramm. Der für Usbekistan startende Olympiadritte von Paris war in Astana eine Gewichtsklasse höher als bei seinen größten bisherigen Erfolgen angetreten. Trotz dieser Umstellung fand Abdullaev zunächst gut in das Turnier. In der Qualifikationsrunde traf er auf den Südkoreaner Chang-su Kim. Abdullaev kontrollierte den Kampf und setzte sich ohne Gegenpunkt mit 6:0 durch. Damit zog er souverän in das Achtelfinale ein. Dort bekam es der Usbeke mit Caleb Smith aus Puerto Rico zu tun. Abdullaev behauptete sich auch gegen den körperlich starken Puerto-Ricaner und gewann souverän und ungefährdet mit 6:2 Punkten. Nach zwei Siegen stand der Burghauser damit im Viertelfinale und hatte sich eine gute Ausgangsposition im Kampf um die Medaillen erarbeitet. In der Runde der letzten acht wartete allerdings einer der großen Favoriten des Turniers. Mit dem Russen Zavur Uguev stand Abdullaev ein Olympiasieger und mehrfacher Weltmeister gegenüber. Der Usbeke ließ sich davon jedoch nicht beeindrucken und hielt die Begegnung bis zum Ende offen. In einem taktisch geprägten Duell musste er sich schließlich äußerst knapp mit 2:3 Punkten geschlagen geben – nicht viel fehlte, dass der Usbeke für eine große Turnierüberraschung gesorgt hätte. Da Uguev anschließend auch sein Halbfinale gewann und in den Endkampf einzog, erhielt Abdullaev über die Hoffnungsrunde noch einmal die Möglichkeit, ins Rennen um eine Bronzemedaille zurückzukehren. Dort konnte der Usbeke seine Chance allerdings nicht nutzen. Er verlor seinen ersten Kampf in der Hoffnungsrunde gegen den Nordkoreaner Kwang Myong Kim vollkommen überraschend: Bei einer eigenen 6:0 Führung fand sich Abdullaev nach dem ersten gefährlichen Angriff seines Gegners auf beiden Schultern wieder und schied damit endgültig aus dem Turnier aus. Der Kampf um Bronze blieb ihm somit verwehrt.

Deutlich kürzer dauerte die Weltmeisterschaft für Iszmail Muszukajev. Der Burghauser ging für Ungarn in der Gewichtsklasse bis 70 Kilogramm an den Start und erwischte bereits in seinem ersten Kampf ein ausgesprochen schwieriges Los. Mit Zain Retherford wartete ein international erfahrener und körperlich starker Gegner aus den USA. Muszukajev konnte das Duell lange offen gestalten, fand gegen die offensive Ringweise des Amerikaners aber nicht dauerhaft die passende Antwort. Beim Stand von 7:3 gelang es Retherford, den konditionell angeschlagenen Ungarn auf beide Schultern zu drücken und den Kampf vorzeitig für sich zu entscheiden. Da Retherford den Einzug ins Finale verpasste, war auch für Muszukajev der Weg in die Hoffnungsrunde versperrt. Für den ehemaligen Weltmeister war das frühe Ausscheiden eine Enttäuschung.

Auch für Akhsarbek Gulaev wird die Weltmeisterschaft nicht in guter Erinnerung bleiben - bereits nach der ersten Runde war sie für den Slowaken auch schon wieder beendet. In der Gewichtsklasse bis 79 Kilogramm traf er zum Auftakt auf den durchaus schlagbaren Türken Okan Tahtaci. In einem umkämpften Duell konnte Gulaev vier eigene Wertungspunkte erzielen, wurde aber von Tahtaci mehrmals vermeidbar ausgekontert. Da der Türke in Summe seine Möglichkeiten konsequenter nutzen konnte, entschied er den Kampf am Ende mit 7:4 für sich. Damit musste Gulaev auf einen Finaleinzug des Türken hoffen, um über die Hoffnungsrunde noch einmal in das Turnier zurückkehren zu können. Dieser scheiterte im Viertelfinale aber deutlich am Aserbaidschaner Dzhabrail Gadzhiev. Durch diese Niederlage war das Turnier auch für Gulaev endgültig beendet.

Auf eine denkbar schwere Aufgabe traf Batyrbek Tsakulov in der Gewichtsklasse bis 97 Kilogramm, die mit vier Olympiasiegern außergewöhnlich stark besetzt war. Der slowakische Europameisterschaftszweite erwischte mit dem deutschen Starter Gennadi Cudinovic ein dankbares Los: gegen den 32-jährigen Deutschen hatte der Vize-Europameister leichtes Spiel und siegte schlussendlich ohne Probleme mit 7:0 nach Punkten. Im Achtelfinale kam es anschließend zur Neuauflage des EM-Finalkampfs mit dem Russen Abdulrashid Sadulaev. Der Burghauser verteidigte anders als beim letzten Aufeinandertreffen konzentriert und ließ gegen den mehrfachen Olympiasieger und Weltmeister nur wenige Wertungen zu. Erst gegen Ende des Kampfs konnte Sadulaev das Ergebnis deutlich zu seinen Gunsten gestalten und mit 10:1 den Sieg davontragen. Tsakulov musste danach darauf hoffen, dass der Russe das Finale erreichen würde. Doch bereits im Viertelfinale traf Sadulaev auf seinen langjährigen Rivalen Kyle Snyder. Das Duell endete 4:4, aufgrund der höheren Einzelwertung wurde jedoch der Amerikaner zum Sieger erklärt. Mit Sadulaevs Ausscheiden war auch für Tsakulov die Weltmeisterschaft beendet.

Weitere News