Härtetest im Breisgau: Wacker Burghausen fordert RKG Freiburg 2000

Gegen Urloffen hatte Idris Ibaev leichtes Spiel, in Freiburg wird er es mit dem Spitzenringer Johnny Bur zu tun bekommen.

Mit je einem Sieg und einer Niederlage aus den ersten beiden Saisonkämpfen sind der SV Wacker Burghausen und die RKG Freiburg 2000 synchron in die Saison gestartet – nun kommt es zum direkten Aufeinandertreffen der beiden punktgleichen Tabellennachbarn. Gemessen an den Leistungen beider Teams an den ersten beiden Kampftagen der Ringerbundesliga dürfen sich die Zuschauer in der Freiburger Staudingerhalle auf einen interessanten Mannschaftskampf freuen.

Zuletzt feierte der amtierende Deutsche Mannschaftsmeister einen deutlichen 26:11-Heimsieg gegen den ASV Urloffen und glich damit die Auftaktniederlage in Schorndorf erfolgreich aus. Doch auch Freiburg präsentierte sich zuletzt ebenfalls in starker Verfassung und setzte mit dem 16:9-Erfolg gegen Reilingen/Hockenheim am ersten Kampftag ein echtes Ausrufezeichen. Auch wenn die Breisgauer am vergangenen Wochenende in Mainz eine 20:11 Niederlage nicht verhindern konnten – die Truppe von Florian Schenk verfügt über jede Menge ringerische Qualität und wird vor heimischem Publikum alles geben, um den Burghauser Ringern erfolgreich Paroli bieten zu können. In der Gewichtsklasse bis 61 Kilogramm Freistil dürfte Freiburg erneut auf Alexandru Chirtoaca bauen. Auf Burghauser Seite wäre Nachwuchsringer Eric Dietrich eine mögliche Option, sollte der aserbaidschanische Neuzugang Aliabbas Rzazade weiterhin nicht zur Verfügung stehen. Im Schwergewicht griechisch-römisch treffen mit Nikita Ovsjanikov und Alexander Kreimer zwei nahezu gleichstarke Bundesligaringer aufeinander. Im vergangenen Jahr kam es bereits zum Kräftemessen der beiden Athleten – damals feierte Kreimer in diesem Gefecht seinen ersten Bundesligasieg überhaupt. Ovsjanikov wird jedoch versuchen, den Heimvorteil zu nutzen und das Ergebnis zu seinen Gunsten wenden zu können. Auch im griechisch-römischen Stil bis 66 Kilogramm verfügt Freiburg mit dem Moldawier Corneliu Rusu über einen starken Mann. Der Freiburger überzeugte bislang mit zwei klaren Siegen und gehört aktuell zu den Leistungsträgern der Breisgauer. Burghausens Amangali Bekbolatov wird eine deutliche Leistungssteigerung abrufen müssen, um gegen seinen favorisierten Gegner bestehen zu können. Die Gewichtsklasse bis 98 Kilogramm verspricht ebenfalls hochklassigen Ringsport. Lars Schäfle gehört als mehrfacher Deutscher Meister seit Jahren zu den Freiburger Aushängeschildern und sicherte seiner Mannschaft regelmäßig wichtige Punkte. Mit Batyrbek Tsakulov wartet allerdings einer der stärksten Freistilringer der gesamten Bundesliga auf ihn. Wenngleich der Burghauser als amtierender Vizeeuropameister als favorisiert angesehen werden kann, dürfte sich aber trotzdem ein spannender Schlagabtausch der beiden Athleten entwickeln. Im Freistilduell bis 71 Kilogramm dürfte Magomed Kartojev für Burghausen eine Schlüsselrolle übernehmen. Der Wackerianer feierte sowohl gegen Schorndorf als auch gegen Urloffen einen technisch überlegenen Erfolg und wird sich nun möglicherweise mit Devan Larkin messen. Sollte es zu diesem Gefecht kommen, sprächen die bisherigen Saisonleistungen klar für den Burghauser Ringer.

Spannend geht es auch nach der Pause weiter: Im Limit bis 86 Kilogramm griechisch-römisch könnte es zum Duell zwischen Johnny Bur und Idris Ibaev kommen. Beide Athleten gewannen ihre Kämpfe am vergangenen Wochenende. Zuletzt überraschte die französische Nummer Eins in Diensten der Hausherren mit beeindruckenden Siegen gegen Denis Kudla und den türkischen Weltklasseringer Burhan Akbudak. Auf Idris Ibaev wartet damit ein harter Fight, bei dem er alles geben muss, um Zählbares aufs Burghauser Punktekonto zu bringen. Besonders interessant verspricht die Klasse bis 75 Kilogramm im griechisch-römischen Stil zu werden. Freiburgs Valentin Petic, der bei den Olympischen Spielen von Paris den siebten Platz belegte, gewann seine beiden bisherigen Kämpfe souverän und zählt derzeit zu den konstantesten Ringern seines Teams. Mit Artur Tatarinov wartet allerdings ein überaus erfahrener Burghauser Neuzugang, der sich 2025 zum ersten Mal zum Deutschen Meister küren konnte und seit Jahren zu den stärksten Greco-Ringern im Mittelgewicht zählt. Die Tagesform könnte in diesem Duell den Ausschlag geben.

Bei einem Einsatz von Akhsarbek Gulaev würde in der Freistilklasse bis 80kg in jedem Fall die Favoritenrolle auf Seiten des SV Wacker Burghausen liegen. Gegen seinen designierten Gegner Ayman Nissr dürfte Burghausens Cheftrainer Eugen Ponomartschuk vier wichtige Punkte für sein Team einplanen, die im Hinblick auf das Gesamtergebnis durchaus wichtig werden könnten. Alternativ könnte Freiburg auch Kevin Henkel ins Rennen schicken. Der vierfache Meister pendelte zuletzt zwischen der 80kg- und der 75kg Klasse und würde einen wesentlich härteren Gegner für Gulaev darstellen. Nicht weniger attraktiv erscheint das mögliche Aufeinandertreffen von David Baev und Dennis Aleksandryuk in der Klasse bis 75 Kilogramm im freien Stil. Aleksandryuk dominierte seinen letzten Kampf gegen Reilingen eindrucksvoll, während Baev mit seiner internationalen Klasse und Routine zu den herausragenden Athleten der Liga zählt. Dieser Kampf könnte zu den technisch hochwertigsten Begegnungen des gesamten Abends werden. Aus Burghauser Sicht wäre dies ein wichtiges Duell, um entscheidende Punkte fürs Gesamtergebnis sammeln zu können.

Im letzten Kampf des Abends wird es zum Duell in der Klasse bis 80 Kilogramm im griechisch-römischen Stil kommen. Sowohl bei den Gastgebern als auch beim Burghauser Team scheinen die Athleten, die sich gegenüberstehen werden, gesetzt. Freiburg baut seit einigen Jahren auf den Moldawier Mihai Petic, einen international erfahrenen und stets unangenehmen Gegner. Burghausen dürfte erneut Baschir Kartojev ins Rennen schicken, der gegen Urloffen einen Schultersieg feierte. Auf dem Papier dürften auf Grund seiner internationalen Erfahrung die Vorteile leicht beim Ringer der Freiburger liegen – die Leistungen in der Bundesliga sprechen allerdings eine andere Sprache, sodass der Burghauser die Favoritenrolle einnehmen dürfte.

Vieles wird jedoch von den tatsächlichen Aufstellungen abhängen. Beide Vereine verfügen über Alternativen im Kader und könnten vor dem direkten Duell noch strategische Veränderungen vornehmen. Freiburg wird dem sechsfachen deutschen Mannschaftsmeister alles abverlangen, doch die etwas größere internationale Breite im Burghauser Kader könnte am Ende den Unterschied zugunsten der Salzachstädter ausmachen.

Weitere News