Wacker Burghausen feiert nach Anlaufschwierigkeiten deutlichen Heimsieg gegen Urloffen

Am zweiten Kampftag der Ringer-Bundesliga feierte der SV Wacker Burghausen vor heimischem Publikum seinen ersten Saisonsieg. Gegen den ASV Urloffen setzte sich die Mannschaft von Trainer Eugen Ponomartschuk klar mit 26:11 durch und sicherte sich nach anfänglichen Problemen einen überzeugenden Mannschaftserfolg. Dabei präsentierten sich die Burghauser über weite Strecken dominant und konnten insgesamt sieben der zehn Einzelduelle für sich entscheiden. Besonders erfreulich war die geschlossene Mannschaftsleistung, bei der sowohl die Freistil- als auch die Greco-Ringer wichtige Punkte zum klaren Endergebnis beisteuerten.

Den Auftakt machte Nachwuchsringer Eric Dietrich in der Klasse bis 61 kg Freistil. Gegen David Kiefer fand Dietrich allerdings nicht in die Begegnung und musste sich am Ende mit 0:4 geschlagen geben. Im anschließenden Duell der Klasse bis 130 kg Griechisch-Römisch trat Alexander Kreimer gegen Arif Niftullayev, den aserbaidschanischen WM-Dritten des Jahres 2022, an. Kreimer konnte seine körperlichen Vorteile nicht in Zählbares umsetzen und musste sich nach sechs Minuten mit 0:9 nach Punkten geschlagen geben, sodass drei weitere Punkte aufs Konto des Teams aus dem „Meerrettichdorf“ wanderten. Im Anschluss erhofften sich die zahlreichen Wackerfans, dass Neuzugang Amangali Bekbolatov in der Klasse bis 66 kg Griechisch-Römisch für die Wende sorgen würde. Doch weit gefehlt: Gegen Sakit Guliyev entwickelte sich von Beginn an ein Duell, in dem Urloffens Aserbaidschaner konsequent die Kontrolle übernahm. Am Ende musste sich Bekbolatov nach nur gut vier Minuten Kampfzeit vorzeitig geschlagen geben – gegen die kraftvollen Durchdreher seines Gegners im Bodenkampf fand der Kasache keine Mittel. Damit wuchs Urloffens Vorsprung auf 0:11 an. Doch das Team des amtierenden Deutschen Meisters ließ sich davon nicht beeindrucken und startete eine beeindruckende Aufholjagd. Diese leitete ein weiterer Burghauser Neuzugang ein: der Slowake Batyrbek Tsakulov zeigte im Limit bis 98 kg Freistil gegen Andrej Schwarzkopf eine starke Leistung. Nach einem zunächst offenen Beginn übernahm Tsakulov immer mehr das Kommando und sicherte sich nach einer Serie von Durchdrehern seinerseits einen technischen Überlegenheitssieg. Damit war der erste Burghauser Einzelsieg an diesem Kampfabend unter Dach und Fach. Im letzten Kampf vor der Pause überzeugte Magomed Kartojev in der Klasse bis 71 kg Freistil und brachte sein Team wieder auf Schlagdistanz heran. Bei seinem vorzeitigen Sieg über Justin Federer agierte Kartojev taktisch sehr clever und sorgte immer wieder mit seinen blitzschnellen Beinangriffen für Situationen, auf die sein Gegner meistens keine Antwort parat hatte: nach zwei Durchdrehern stand nach gut viereinhalb Minuten Kampfzeit Kartojevs Sieg durch technische Überlegenheit fest.

Idris Ibaev feierte sein Heim-Debüt in seiner neuen Gewichtsklasse bis 86 kg im griechisch-römischen Stil. Dabei betätigte sich das Burghauser Aushängeschild als Kurzarbeiter: Gegen Raphael Langenecker brauchte Ibaev nur 100 Sekunden, um einen Überlegenheitssieg feiern zu können. Ibaev kontrollierte das Geschehen über die gesamte Begegnung und sammelte die meisten seiner Punkte per Durchdreher, nachdem er seinen Gegner mehrmals zu Boden zwingen konnte. Durch seinen Sieg brachte er das Burghauser Team zum ersten Mal an diesem Abend mit 12:11 in Führung. Anschließend hatte auch Artur Tatarinov Grund zu jubeln. In der Greco-Klasse bis 75 kg zeigte Tatarinov im Duell gegen den Georgier Nika Korshia eine überaus konzentrierte Leistung. Nachdem er seinen Gegner in der ersten Runde sehenswert nach einem Angriff zur Hüfte zu Boden zwingen und mit 5:0 davonziehen konnte, verteidigte er im zweiten Kampfabschnitt seinen Vorsprung gegen seinen körperlich starken Gegner routiniert und brachte zwei weitere Mannschaftspunkte erfolgreich aufs Burghauser Konto. Auch Akhsarbek Gulaev zeigte anschließend eine beeindruckende Vorstellung: In der Klasse bis 80 kg Freistil benötigte Gulaev gegen Marius König gerade einmal 34 Sekunden, um den Kampf durch technische Überlegenheit zu beenden. Bei seinem Blitzsieg fand König gegen die Beinschrauben des Burghauser Neuzugangs keine Mittel. Für den nächsten deutlichen Erfolg sorgte der zweifache Europameister David Baev. Gegen Stefan Käppeler ließ Baev in der Klasse bis 75 kg Freistil von Beginn an keine Zweifel an seinem Siegeswillen aufkommen. Dank seiner eleganten und von seinem Gegner kaum zu verteidigenden Kampfweise sammelte er Punkt um Punkt und sicherte dem SVW den bis dahin fünften vorzeitigen Sieg an diesem Abend. Den Schlusspunkt setzte Bashir Kartojev, der zur neuen Saison in die Greco-Klasse bis 80 kg aufrückte und dabei in den vergangenen Monaten eine enorme Menge an Muskelmasse aufbaute. Der Wackerianer entschied den Kampf bereits nach rund zwei Minuten durch einen Schultersieg für sich – nach einem Durchdreher aus der Kopfklammer gab es für seinen starken Gegner kein Entkommen mehr. Damit stand das Gesamtergebnis von 26:11 zugunsten des SV Wacker Burghausen fest. Mit dem klaren Heimerfolg sammelt Wacker wichtige Punkte für den weiteren Saisonverlauf und kann mit viel Selbstvertrauen auf die kommenden Aufgaben blicken. In der Tabelle der mit zwanzig Teams neu formierten Bundesliga rangiert das Burghauser Team auf dem achten Platz.

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