Wacker-Ringer dominieren beim 30. Großen Preis von Baden-Württemberg

- 06.07.2026, 07:30
- Von: Roman Hölzl
Beim 30. Großen Preis von Baden-Württemberg in Baienfurt führte an den Wacker-Ringern kein Weg vorbei. Mit einer beeindruckenden Bilanz, starken Einzelauftritten und mehreren Turniersiegen prägte das Burghauser Team die Jubiläumsausgabe des traditionsreichen Wettbewerbs. Bereits in den Vorrunden zeigten die Athleten ihre hohen Ambitionen und ließen der Konkurrenz nur wenig Raum zur Entfaltung. In den Finalkämpfen bewiesen die Wacker-Ringer erneut Nervenstärke und Durchsetzungsvermögen, sodass am Ende je zwei Gold- und Silbermedaillen sowie eine Bronzemedaille zu Buche standen. Das Gesamtergebnis unterstrich einmal mehr die hervorragende Nachwuchs- und Trainingsarbeit des SV Wacker Burghausen.
Als einziger Freistilringer ging Eduard Tatarinov in der Klasse bis 92kg auf die Matte. In den Poolkämpfen setzte er sich klar und ungefährdet zuerst mit 10:0 technisch überlegen gegen Florian David (TSV Kandern) durch, ehe er Romio Koch (Red Devils Heilbronn) quasi mit der ersten Aktion elegant aufs Blatt beförderte. Auch im Finale zeigte Tatarinov einmal mehr seine technische Raffinesse – sein Gegner Thomas Gebhardt (KSV Appenweier) war von Beginn an auf verlorenem Posten, sodass sich Eduard Tatarinov erneut mit einem vorzeitigen 11:0-Erfolg den Turniersieg sichern konnte.
Für den zweiten Turniersieg zeigte sich der amtierende Deutsche Meister Benedikt Rothe verantwortlich, der ebenfalls überaus dominant in seinen Turnierkämpfen auftrat. In den Poolkämpfen gelangen dem jungen Spezialisten im griechisch-römischen Stil drei technisch überlegene Punktsiege gegen Atilla Bisirici (AC Amstetten), Leon Stanik (KSC Krombach) und Mislav Kukas (KSV Linzgau Taisersdorf). Im Finale wartete mit Noé Oulevey (CRP Martigny) ein internationaler Gegner. Gegen den Schweizer, der seinerseits unangefochten den zweiten Pool beherrschte, entwickelte sich ein Duell auf Augenhöhe. Schlussendlich hatte Benedikt Rothe das bessere Ende für sich und gewann knapp mit 2:1 die Goldmedaille in der Klasse bis 82kg.
Abdulkerim Menevse, der ebenso wie Rothe zu den Leistungsträgern in der Burghauser Oberliga-Mannschaft zählt, stand im Limit bis 72kg seinen Mann und überzeugte in den Poolkämpfen restlos. Bei seinen vier Kämpfen verließ er ebenfalls jedes Mal die Matte als überlegener Punktsieger. In den Duellen gegen Andrej Menzel (ASV Schwäbisch Hall), Jonas Wuchenauer (KSV Unterelchingen), Razvan Zaharia (AV Hardt) und Artem Vasilchenko (KSK Klaus) gab er zudem in Summe nur einen einzigen Wertungspunkt ab. Im Finale fand Menevse anschließend in Tim Schreiber (RLZ Aristau) seinen Meister: Gegen den Schweizer kämpfte der Burghauser zwar verbissen gegen die drohende Niederlage, schlussendlich belegte er nach einer 3:11-Niederlage den bärenstarken Silberrang.
Ebenfalls auf dem zweiten Rang landete Alexander Kreimer im Limit bis 130kg. Nach zwei 9:0 Siegen gegen Stanislav Kurrochkyn (AC Hötting) und Can Kalay (KSV Aalen 05 e.V.) kam es im entscheidenden Duell zum Aufeinandertreffen mit Baienfurts Lokalmatadoren Jan Zirn. Gegen den erstligaerfahrenen Ringer bot sich den Zuschauern ein offener Kampf: Nach der ersten Runde lag Kreimer bereits mit 0:4 in Rückstand, ehe ihm in der zweiten Runde nach zwei Durchdrehern der Ausgleich gelang. Beim letzten Griff wurde er allerdings unglückloch von seinem Gegner abgefangen und auf beide Schultern gedrückt.
Für den jungen Leo Kühl war der Auftritt in der 67kg-Klasse ein ganz besonderer, da er in Baienfurt zum ersten Mal eine Medaille im Männerbereich erkämpfen konnte. Nach einem starken Turnierauftakt, bei dem er nacheinander Iven May (ASV Nendingen e.V.) und Juan David Vargas Hernandez (KSV Linzgau Taisersdorf) in die Knie zwingen konnte, kassierte er im entscheidenden Kampf um den Finaleinzug gegen Shohruh Abdullayev (SG Weilimdorf) trotz einer starken kämpferischen Leistung eine nicht abzuwendende 4:12-Niederlage. Doch im kleinen Finale fand Kühl schnell zurück in die Erfolgsspur: mit einem starken 10:0 Erfolg gegen Dzenis Dolovac (AC Amstetten) konnte er sich zurecht über seine starken Leistungen freuen und wenig später den Gewinn der Bronzemedaille feiern. In der Vereinswertung belegten die Burghauser Ringer, die vom ehemaligen Bundesligaringer Andreas Meier betreut wurden, im griechisch-römischen Stil unangefochten den ersten Platz, in der Gesamtwertung beider Stilarten Rang zwei.















