Sultan Muhametow und Daniel Meyer verpassen EM-Teilnahme

Trotz seiner Bronzemedaille reichte es am Ende für Daniel Meyer nicht für den erhofften EM-Startplatz.

Entscheidende Stunden für die Burghauser Ringer auf internationaler Bühne: Beim „Victory Cup“ in Antalya sowie beim Brandenburg Cup ging es für Sultan Muhametow und Daniel Meyer um nichts Geringeres als die Qualifikation für die U17-Europameisterschaften. Trotz starker Auftritte, beherzter Kämpfe und beachtlicher Turnierleistungen erfüllte sich dieser Traum für beide Nachwuchshoffnungen am Ende nicht.

Im Nachwuchsbereich ging der amtierende Deutsche Meister Sultan Muhametow beim „Victory Cup“ im türkischen Antalya in der Klasse bis 80kg im griechisch-römischen Stil auf die Matte. Dort ging es für ihn um nicht weniger als um den Startplatz bei den diesjährigen U17-Europameisterschaften. Dort traf Muhametow in der Qualifikationsrunde auf den Litauer Benediktas Bubelevicius, der im vergangenen Jahr die Silbermedaille bei den U17-Europameisterschaften erringen konnte. Gegen den favorisierten Balten zeigte der Burghauser einen beherzten Kampf und beherrschte seinen Gegner in beiden Runden im Standkampf deutlich. Doch nach einer 1:0 Führung unterlief Muhametow ein vermeidbarer Fehler, durch den ihn sein Gegner zu Boden zwingen konnte und mit 1:2 in Führung ging. Da dem Burghauser Kraftpaket trotz aller Anstrengungen keine weiteren Wertungspunkte mehr gelingen mochten, schied er damit bereits in der ersten Runde des Turniers aus. Da auch sein Konkurrent um den Startplatz bei den Europameisterschaften, Erwin Lerchenberger, ebenfalls in der ersten Runde die Segel streichen musste, entschied Bundestrainer Christian Fetzer, dass die Vergabe des begehrten Startplatzes durch ein weiteres Ausringen der beiden deutschen Nachwuchshoffnungen direkt im Anschluss an den „Victory Cup“ erfolgen sollte. Während Sultan Muhametow im Finale der Deutschen Meisterschaften noch knapp die Oberhand behalten konnte, musste er sich nun Erwin Lerchenberger mit 1:3 geschlagen geben, sodass sein Kontrahent die Deutschen Farben bei der U17-EM in Samokov (Bulgarien) vertreten wird.

Ebenfalls auf internationaler Bühne, wenngleich im einheimischen Brandenburg, ging Daniel Meyer auf die Matte. Auch für ihn ging es um den Startplatz der 80kg-Klasse bei den U17-Europameisterschaften. Und am Ende muss festgehalten werden: trotz einer bärenstarken Leistung des jungen Burghauser Freistilringers war am Ende einzig und allein das Glück nicht auf seiner Seite, als es um die Vergabe des EM-Startplatzes ging. Denn in den Poolkämpfen legte Meyer los wie die Feuerwehr und besiegte seine ersten drei Gegner allesamt vorzeitig. So punktete Abdullah Askhabov (SU Abtenau, Österreich) sowie Dmytro Koruts (Zbarash, Ukraine) per technischem Überlegenheitssieg aus, den Niedersachsen Rikardo Zoto (TSV Bassum) beförderte er elegant beim Stand von 9:0 auf beide Schultern. Einzig gegen den späteren Turniersieger Salakhudidin Abdulaiev (Berlin, Hauptstadtringer) musste sich Meyer deutlich geschlagen geben. Im Duell mit dem Sachsen August Kotte (KFC Leipzig) fand Daniel Meyer schnell zurück in die Erfolgsspur – per Schultersieg machte er auch in diesem Duell kurzen Prozess und sicherte sich damit den Einzug ins kleine Finale und damit in den Kampf um die Bronzemedaille. Dort traf er auf Henning Müller (RC Germania Potsdam), der an diesem Tag ebenfalls gegen Meyer nicht den Hauch einer Chance haben sollte – nach nur einer Minute Kampfzeit hatte der Burghauser seinen Gegner auspunktete und sich damit die hochverdiente Bronzemedaille in dem qualitativ hochklassig besetzten Turnier gesichert. Sollte diese beeindruckende Leistung genügen, um Nachwuchs Freistil-Nationaltrainer Marcel Ewald zur EM-Nominierung zu überzeugen? Leider nein. Denn Meyers Kontrahent, der Untergriesbacher Eduardo- Florian Citu, gegen den sich Meyer noch vor wenigen Wochen im direkten Duell im Finalkampf um die Deutsche Meisterschaft durchsetzen konnte, landete auf dem zweiten Platz. In den Poolkämpfen zeigte der Niederbayer analog zu Meyer eine tadellose Leistung und traf damit im Finale auf Salakhudidin Abdulaiev, gegen den zuvor schon der Burghauser den Kürzeren gezogen hatte. Dasselbe Schicksal ereilte im Finale dann auch Citu. Damit konnten beide Ringer alle ihre Kämpfe – abgesehen von einer Niederlage gegen denselben Gegner - vorzeitig für sich entscheiden. Doch da Citu im Gesamtklassement auf dem zweiten und Meyer „nur“ auf dem dritten Rang landete, fiel am Ende die Wahl auf Citu, der nun den Startplatz der deutschen U17-Nationalmannschaft bei den Europameisterschaften einnehmen wird. Selten dürfte für einen Sportler eine Bronzemedaille einen bitteren Beigeschmack gehabt haben, als für Daniel Meyer beim diesjährigen Brandenburg Cup.

Doch nicht nur im Nachwuchsbereich verpassten zwei Wackerianer die EM-Teilnahme. Auch der bereits nominierte Witalis Lazovski musste seine Teilnahme verletzungsbedingt kurzfristig absagen. An seiner Stelle wird der ehemalige Burghauser Leistungsträger Christopher Kraemer an den Europameisterschaften in Albanien teilnehmen und den vakanten Startplatz in der Gewichtsklasse bis 67kg im griechisch-römischen Stil einnehmen.

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