Auf der Matte zu Hause: Im Gespräch mit Alex Kessidis

Alex Kessidis entwickelte sich in seiner ersten Saison in Burghausen zum absoluten Leistungs- und Sympathieträger.

- 06.08.2026, 08:00
- Von: Martina Kastner
Erfolg im Spitzensport entsteht selten über Nacht. Er ist das Ergebnis von Disziplin, Leidenschaft und der Bereitschaft, immer wieder an die eigenen Grenzen zu gehen. Kaum jemand verkörpert diese Eigenschaften so eindrucksvoll wie Alex Kessidis. Der schwedische Greco-Roman-Ringer hat sich in den vergangenen Jahren auf höchstem internationalem Niveau etabliert und zählte in der abgelaufenen Saison zu den absoluten Leistungsträgern im Burghauser Bundesligakader. Außerdem werfen wir einen Blick hinter die Kulissen seines Trainingsalltags, seinen Routinen im Rahmen der Vorbereitung und anderen interessanten Themen rund um sein Leben als Ringer.
Alex, wie sieht eine typische Trainingswoche in der Saisonvorbereitung aus? Welche Rolle spielen dabei Ringtraining, Krafttraining und internationale Trainingslager?
Ich trainiere 10 bis 12 Mal pro Woche und konzentriere mich dabei auf Ringen, Krafttraining, Kondition und Regeneration. Die Technik steht für mich immer an erster Stelle, während das Krafttraining meine Leistung auf der Matte unterstützt. Internationale Trainingslager sind dabei besonders wichtig, weil ich dort mit verschiedenen Ringstilen und einigen der besten Athleten der Welt trainieren kann.
Im internationalen Spitzenringen trifft man auf sehr unterschiedliche Gegner. Wie passt du deinen Stil an und wie gehst du mit dem Druck großer Kämpfe um?
Ich passe meine Taktik an den jeweiligen Gegner an, versuche aber immer, meinem eigenen Stil treu zu bleiben. Bei großen Wettkämpfen vertraue ich auf meine Vorbereitung und konzentriere mich voll auf den Kampf. Kurz bevor ich die Matte betrete, versuche ich ruhig zu bleiben, an mich selbst zu glauben und mein Bestes zu geben.
Wie wichtig sind Ernährung und Regeneration an Wettkampftagen?
Am Wettkampftag setze ich auf leichte Mahlzeiten mit Kohlenhydraten, magerem Eiweiß, Obst und ausreichend Flüssigkeit. Eine gute Vorbereitung und Regeneration sind entscheidende Faktoren für die Leistung.
Du ringst seit der letzten Saison für den SV Wacker Burghausen. Was macht den Verein aus und welche Ziele hast du für die kommende Saison?
Der SV Wacker Burghausen zeichnet sich durch ein professionelles Umfeld, starke Teamkollegen und eine ausgeprägte Siegermentalität aus. Für die Saison möchte ich mich sportlich weiterentwickeln, dem Team helfen und möglichst viele erfolgreiche Kämpfe bestreiten.
Gab es Momente in deiner Karriere, die dich besonders geprägt haben?
Ja, vor allem schwierige Niederlagen. Sie haben mir wertvolle Lektionen vermittelt und mich als Sportler stärker gemacht. Auch nach Wettkämpfen, die nicht wie geplant verlaufen sind, habe ich gelernt, dem Prozess zu vertrauen und weiterzuarbeiten.
Was unterscheidet einen guten Ringer von einem Weltklasse-Ringer und welchen Rat würdest du dem Nachwuchs geben?
Weltklasse-Ringer zeichnen sich durch Konstanz, Disziplin und den ständigen Willen zur Verbesserung aus. Gleichzeitig muss man bereit sein, Opfer zu bringen, etwa weniger Zeit mit Familie und Freunden zu verbringen. Jungen Ringern würde ich raten: Arbeitet hart, habt Geduld und hört niemals auf zu lernen.
Der Leistungssport bringt nicht nur Erfolge, sondern auch Herausforderungen mit sich. Gab es Momente des Zweifelns und welche Opfer musstest du auf deinem Weg bringen?
Nach schwierigen Wettkämpfen gab es Momente des Zweifelns. Trotzdem habe ich gelernt, dem Prozess zu vertrauen und weiterzuarbeiten. Gleichzeitig bedeutet Spitzensport auch Verzicht, insbesondere auf Zeit mit Familie und Freunden, um das Training zur Priorität zu machen.














