Wacker-Ringer stoßen Tür zum Halbfinale weit auf

- 04.01.2026, 14:00
- Von: Roman Hölzl
In den Playoffs werden die Karten bekanntlich neu gemischt – und der SV Wacker Burghausen konnte mit einem 16:5 Auswärtssieg beim KSC Hösbach einen großen Schritt in Richtung Halbfinale machen. Vor über 1.500 frenetischen Zuschauern im proppenvollen Kultur- und Sportpark Hösbach zeigten die Wacker-Ringer eine geschlossene Mannschaftsleistung und konnten sieben der insgesamt zehn Einzelduelle für sich entscheiden.
Zum Auftakt kam es zur Neuauflage des Vorrundenduells zwischen Burghausens Olympiadritten Gulomjon Abdullaev und dem amtierenden Vize-Europameister Azamat Tuskaev. Abdullaev startete stark und ging früh mit 3:0 in Führung. In der zweiten Hälfte wollte er nachlegen, wurde jedoch gekontert und geriet in Rückstand. Sekunden vor Schluss setzte Abdullaev nochmals alles auf eine Karte und stand kurz vor der entscheidenden Wertung, doch die Zeit reichte nicht mehr aus. So unterlag er unglücklich mit 3:5 nach Punkten und kassierte damit seine erste Niederlage im Burghauser Trikot überhaupt. Im Schwergewicht traf Alex Kessidis auf Anton Vieweg. Kessidis begann stark und punktete schon nach einer halben Minute mit einer spektakulären Aktion am Mattenrand. Im weiteren Kampfverlauf baute er seine Führung Stück für Stück aus, wurde am Ende souveräner 6:1 Punktsieger und brachte damit die Wackerstaffel mit 2:1 in Führung. Im Greco-Limit bis 66kg kam es zur Neuauflage des Duells zwischen Christopher Kraemer und Abdolmohammad Papi. Kraemer, der bereits in der regulären Saison knapp mit 4:3 die Oberhand behalten hatte, knüpfte nahtlos an seine starken Vorstellungen aus der Vorrunde an. Nach einem knappen Pausenrückstand drehte er in der zweiten Hälfte so richtig auf, punktete im Boden mit Ausheber und Durchdreher und gewann am Ende nach einer abermals famosen Leistung mit 11:1 nach Punkten. Damit feierte der sympathische Allgäuer seinen neunten Sieg im neunten Kampf. Sensationell! Im Halbschwergewicht Freistil ging Erik Thiele als Favorit in die Begegnung mit Robin Ferdinand. Mit mehreren schnellen Beinangriffen punktete er ein ums andere Mal, doch am Ende reichte die Zeit nicht mehr, um die entscheidende Wertung für einen Dreipunktsieg zu erzielen. Er baute damit die Wackerführung auf 7:1 aus. Nachdem Magomed Kartojev die ganze Rückrunde im 75kg kämpfte, durfte er nun endlich wieder in seiner angestammten 71kg Klasse ran. Gegen den mehrfachen deutschen Meister Niklas Dorn ging er von Anfang an dominant zu Werke und punktete mit einem Take Down und anschließenden Durchdreher. Im weiteren Kampfverlauf kontrollierte Kartojev souverän das Geschehen und sicherte sich am Ende einen ungefährdeten 6:1 Punktsieg.
Mit einer 9:1 Pausenführung im Rücken eröffnete Roland Schwarz den zweiten Durchgang gegen Erik Löser. In einem taktisch geprägten Duell behielt Schwarz die Übersicht und entschied den Kampf mit kluger Kampfführung knapp mit 1:1 auf Grund der zuletzt erzielten Wertung für sich. Im Duell zwischen Hösbachs Topscorer Gevorg Sahakyan und Burghausens Nachwuchsathlet Baschir Kartojev entwickelte sich ein echter Schlagabtausch. Sahakyan zog mit seiner Spezialtechnik im Bodenkampf früh auf 11:0 davon und sah schon wie der sichere Sieger aus. Doch Kartojev zeigte abermals sein unbändiges Kämpferherz, arbeitete sich Punkt um Punkt heran und verkürzte mit spektakulären Aktionen auf 9:11. Dann setzte er nochmals alles auf eine Karte, setzte einen Wurf an, den das Kampfrichtergespann allerdings nur mit zwei statt vier Punkten bewertete. Am Ende musste er sich trotz einer starken Leistung unglücklich mit 13:16 geschlagen geben. Nach längerer Verletzungspause kehrte Zelimkhan Khadjiev auf die Matte zurück. Gegen den erstmals in dieser Saison eingesetzten Murad Evloev merkte man ihm die fehlende Wettkampfpraxis an. Der Wackerianer ging zu passiv in den Kampf und taute erst zum Ende der zweiten Hälfte so richtig auf, musste sich aber mit 2:5 nach Punkten geschlagen geben. Hösbach verkürzte damit auf 5:10. Im vorletzten Kampf des Abends ließ Wackers Europameister David Baev nichts anbrennen. Gegen Aznaur Tavaev bestimmte er über die gesamten sechs Minuten das Tempo, punktete mehrfach mit schnellen Beinangriffen und gewann schlussendlich souverän mit 7:2 nach Punkten. Den Schlusspunkt setzte Idris Ibaev gegen den Hösbacher Lokalmatador Tim Müller. Ibaev dominierte den Kampf von Beginn an, punktete im Stand mit Take Downs und ließ im Boden mehrere Ausheber folgen. Bereits nach zwei Minuten beendete er den Kampf durch technische Überlegenheit und stellte damit den 16:5-Endstand her.
Mit diesem überzeugenden Auswärtssieg haben sich die Wackerianer eine ausgezeichnete Ausgangsposition für den Rückkampf erarbeitet. Dennoch ist Vorsicht geboten: Dem KSC Germania Hösbach kommt der Stilartwechsel extrem entgegen, dies hat zuletzt der beindruckende Sieg gegen Tabellenführer Kleinostheim gezeigt.













