Umgekehrte Vorzeichen: Erzgebirge Aue kommt mit breiter Brust nach Burghausen

Schwergewichtler und Eigengewächs Alexadner Kreimer könnte im Heimkampf gegen Aue eine Schlüsselrolle einnehmen

Nach der ernüchternden zweiten Saisonniederlage in Freiburg wartet auf den SV Wacker Burghausen gleich die nächste große Herausforderung: Am vierten Kampftag der DRB-Bundesliga gastiert mit dem FC Erzgebirge Aue eine der Überraschungs-Mannschaften der Liga in der Burghauser Sportparkhalle. Der Aufsteiger aus der zweiten Liga zählt dort seit Jahren zu den konstantesten Mannschaften, nach dem Zusammenlegen beider Ligen verstärkten sich die Sachsen nochmals namhaft, darunter auch der Ex-Wackerianer Mohammad Mottaghinia.

Für die Gastgeber gilt es, die 11:17-Niederlage bei der RKG Freiburg 2000 schnell abzuhaken. Trotz der Niederlage zeigten mehrere Wacker-Athleten starke Leistungen. Besonders die Freistilasse David Baev, Akhsarbek Gulaev und Batyrbek Tsakulov sorgten mit überzeugenden Auftritten für die Burghauser Mannschaftspunkte und unterstrichen einmal mehr ihre internationale Klasse. Aue reist dagegen mit viel Selbstvertrauen an die Salzach. Die Erzgebirgler feierten am vergangenen Wochenende einen deutlichen 21:2-Erfolg gegen den ASV Hüttigweiler und präsentierten sich dabei äußerst mannschaftlich geschlossen. Insbesondere Teetje Richter, Pavel Graur, Ryoya Yamashita und Patryk Dublinowski überzeugten mit starken Leistungen und gehören zu den Leistungsträgern des traditionsreichen Vereins. Gerade deshalb dürfte es in mehreren Gewichtsklassen zu hochkarätigen Duellen kommen.

Eines der Hauptprobleme im Burghauser Kader stellte zuletzt die Besetzung der unteren Gewichtsklassen dar – die 61 kg-Freistilklasse konnte zuletzt entweder nur mit einem Eigengewächs - oder wie am vergangenen Wochenende - gar nicht besetzt werden. Dafür musste der eigentliche 61 kg-Ringer Amangali Bekbolatov ins 66kg-Limit aufrücken. Sollte der Aserbaidschaner Aliabbas Rzazade am Samstag zur Verfügung stehen, würden die Chancen auf einen Burghauser Mannschaftserfolg deutlich steigen. Bei Aue überzeugten zuletzt Teetje Richter in der 61 kg Freistil-Klasse sowie Greco-Spezialist Mark Wagner im 66 kg Limit mit starken Leistungen und hohen Punktsiegen. Gespannt darf man in der ersten Halbzeit auch auf den Kampf im Greco-Schwergewicht sein, denn mit Connor Sammet wird Aue höchstwahrscheinlich einen eigentlichen Halbschwergewichtler ins Rennen schicken. Für Burghausens Eigengewächs Alexander Kreimer wird es darauf ankommen, seine körperlichen Vorteile effektiv zu nutzen, um am Ende den Sieg davonzutragen. Die Freistil-Klasse bis 98 kg könnte anschließend zum Schlüsselgewicht werden, sollte Burghausens Vize-Europameister Batyrbek Tsakulov auf Patryk Dublinowski treffen. Der Auer überzeugte zuletzt mit einem klaren Sieg und musste in der laufenden Saison bisher erst eine einzige Niederlage hinnehmen. Ein besonderes Augenmerk dürfte im letzten Kampf vor der Pause auf dem Ausgang des Freistilkampfs bis 71 kg liegen. Bei Aue überzeugte zuletzt der Moldawier Pavel Graur, der bei seinem 14:0 Sieg gegen Hüttigweiler nur knapp an einer technischen Überlegenheit vorbeischrammte. Beim SVW dürfte entscheidend sein, ob Magomed Kartojev, der zuletzt in Freiburg verletzungsbedingt fehlte, wieder mit am Start ist. Sollte sich erneut Greco-Nachwuchshoffnung Alexander Komarovskiy in den Dienst der Mannschaft stellen, dürften die Erfolgsaussichten aus Burghauser Sicht überschaubar gering ausfallen.

Im griechisch-römischen Stil bis 86 kg wird es nach dem Pausentee zu einem hochinteressanten Gefecht kommen. Denn mit dem Polen Arkadiusz Kulynycz verpflichtete Aue einen absoluten Hochkaräter. Der Siebtplatzierte der Olympischen Spiele von Paris gilt als körperlich stark und sowohl defensiv als auch offensiv als überaus ernst zu nehmender Gegner. Nach seinem Abstecher in das AIGA Grappling Event in Istanbul wird auf Burghauser Seite Idris Ibaev zurückerwartet, der mit Kulynycz eine schwer zu knackende Nuss vorgesetzt bekommen wird. Im folgenden Greco-Fight der 75 kg Klasse dürfte bei Erzgebirge Aue Marco Stoll gesetzt sein. Im Normalfall dürfte beim SVW entweder Artur Tatarinov oder Witalis Lazovski auflaufen – beide sollten in diesem Gefecht gute Chancen auf einen Sieg haben. Zu einem Wiedersehen mit dem Spanier Mohammad Mottaghinia wird es im Limit bis 80 kg im freien Stil kommen. Mottaghinia, der in der abgelaufenen Saison noch zusammen mit dem SVW die Meisterschaft feiern konnte, wechselte im Sommer zu den Sachsen, sodass er nun als Gegner in Burghausen auflaufen wird. Man darf gespannt sein, ob der Burghauser Neuzugang Akhsarbek Gulaev seinem Vorgänger erfolgreich Paroli bieten kann – beide Ringer sollten nahezu gleich stark sein, sodass mit einem engen Kampfverlauf zu rechnen ist. Auch ein mögliches Duell zwischen David Baev und Ryoya Yamashita verspricht Ringsport auf internationalem Spitzenniveau. Während beim SVW der zweifache Europameister in der 75 kg Freistilklasse gesetzt ist, führt bei Aue kein Weg am amtierenden U20-Weltmeister vorbei. Da beide Ringer als erstklassige technische Ringer gelten, können die Zuschauer mit einem Freistil-Feuerwerk rechnen. Die Gesamtbegegnung verspricht entsprechend Spannung bis zum letzten Kampf: Dort hofft Burghausens Cheftrainer auf eine Rückkehr von Baschir Kartojev, der sich zuletzt ebenfalls verletzungsbedingt abmelden musste und damit den Kampf in Freiburg verpasste. Sollte Kartojev einsatzfähig sein, wird er in der Gewichtsklasse bis 80 kg höchstwahrscheinlich auf Robert Schröder treffen. Gegen den amtierenden Deutschen Vizemeister dürfte Kartojev als favorisiert eingestuft werden, wenngleich sein Gegner, der als technisch versierter Ringer gilt, wahrlich nicht zu unterschätzen ist.

Die Verantwortlichen der Burghauser Ringer möchten zudem alle Besucherinnen und Besucher auf eine besondere Verkehrssituation rund um die Sportanlagen hinweisen: Bereits vor dem Heimkampf in der Bundesliga steht in der benachbarten Wacker-Arena mit dem Regionalliga-Duell zwischen dem SV Wacker Burghausen und dem TSV 1860 München ein echter Publikumsmagnet auf dem Programm. Auch wenn die Fußballpartie bis zum Beginn des Bundesligakampfs bereits beendet sein wird, ist aufgrund des erhöhten Besucheraufkommens mit einer angespannten Parksituation zu rechnen. Die Parkplatzsuche könnte daher mehr Zeit als gewohnt in Anspruch nehmen. Die Fans werden gebeten, dies bei ihrer Anfahrt entsprechend einzuplanen.

 

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