Schwerer Gang ins Saarland zum Rückrundenauftakt: Wacker fordert die „Wölfe“ aus Köllerbach

Amangali Bekbolatov wird in der Rückrunde in seiner angestammten Gewichtsklasse bis 61kg antreten

Nach dem überzeugenden 21:11-Heimsieg gegen den AC Lichtenfels steht für den SV Wacker Burghausen am 7. Kampftag die nächste anspruchsvolle Auswärtsaufgabe auf dem Programm. Die Salzachstädter reisen zum KSV Köllerbach, der zuletzt mit einem beeindruckenden 26:3-Erfolg beim KSV Witten zum Abschluss der Vorrunde seine Ambitionen eindrucksvoll unterstrichen hat. Nun kommt es zum Auftakt der Rückrunde in der Bundesliga zum Wechsel der Stilarten in allen Gewichtsklassen, was auf Grund der gänzlich veränderten Situation zusätzlich für Spannung sorgen dürfte.

Bereits der Auftakt verspricht Hochspannung. Mit Amangali Bekbolatov verfügt Burghausen über einen Athleten, der in der Vorrunde ins 66kg-Limit aufgerückt war und zuletzt immer besser in Form kam – bei seinem Sieg gegen den Lichtenfelser Ilir Sefaj stellte er dies eindrucksvoll unter Beweis. Nun kann er durch den Stilartwechsel in seiner angestammten 61kg-Klasse antreten. Auf Köllerbacher Seite wartet mit Tigran Minasyan jedoch ein international erfahrener Spitzenringer, der im U23-Bereich auf zwei Bronzemedaillen bei Europameisterschaften zurückblicken kann. Diese Begegnung könnte zu den technisch hochwertigsten Duellen des Abends zählen. Nach seiner starken Leistung gegen Lichtenfels dürfte Alexander Kreimer trotz des Stilartwechsels erneut gesetzt sein, da vor der anstehenden Weltmeisterschaft Batyrbek Tsakulov nicht zur Verfügung stehen dürfte. Köllerbach dürfte im Freistil-Schwergewicht auf seinen türkischen Neuzugang Hakan Buyukcingil zurückgreifen, der als amtierender EM-Bronzemedaillist klar die Favoritenrolle einnehmen wird. In der 66-kg-Freistilklasse könnte Burghausens Aliabbas Rzazade auf den ukrainischen Spitzenringer Kamil Kerimov treffen, der sich im vergangenen Jahr sowohl bei Welt- als auch Europameisterschaften in den „Top Ten“ platzieren konnte. Beide gehören zu den stärksten Athleten der Liga in der Gewichtsklasse bis 61kg, sodass gleich ein echter Leckerbissen zu erwarten wäre, sollte Rzazade dem Burghauser Team zur Verfügung stehen. Im vierten Duell des Mannschaftskampfs deutet alles darauf hin, dass in der Greco-Klasse bis 98kg beide Teams mehrere Varianten hinsichtlich ihrer Aufstellungen haben: In einem Duell der Eigengewächse stünde beim SVW Valentino Prelic Gewehr bei Fuß, beim KSV könnte Dominic Arnold aufrücken, der eigentlich im 86kg-Limit beheimatet ist. Beide Teams könnten aber auch mit ihren international erfolgreichen Ringern antreten – in diesem Fall würde der SVW auf den Schweden Alex Kessidis zurückgreifen, Köllerbach hätte mit dem Armenier Hayk Khloyan den U23-Weltmeister des Jahres 2024 im Kader. In der Gewichtsklasse bis 71kg dürfte auf Burghauser Seite der Greco-Spezialist Witalis Lazovski gesetzt sein, bei den Gastgebern könnte Urgestein Etienne Kinsinger auflaufen. Der Ausgang dieses Duells zweier deutscher Spitzenringer wäre vollkommen offen.

Gleich nach der Pause folgt mit dem Freistil-Duell im Limit bis 86 kg ein möglicher Schlüsselkampf, in dem wahrscheinlich Eduard Tatarinov auf den starken Ukrainer Vasyl Mykhailov treffen wird. Wenngleich Eduard Tatarinov am vergangenen Wochenende mit einem sehenswerten Sieg gegen den Türken Ibrahim Ciftci für einen Paukenschlag sorgte, dürfte Köllerbachs Ukrainer nochmals mehr vom Burghauser Leistungsträger fordern als der Lichtenfelser Punktegarant. Im Anschluss steht die 75A-Klasse im freien Stil auf dem Programm, bei der sich tendenziell eine Neuauflage eines besonderen Kampfs anbahnt: Schon in den vergangenen Jahren kam es mehrfach zum Duell zwischen David Baev und Köllerbachs Urgestein Andriy Shyyka. Bis dato hatte der zweifache Europameister in Burghauser Diensten immer die Nase vorn. Im weiteren Verlauf des Kampfabends folgt die 80A-Klasse im griechisch-römischen Stil. Hier zählt Vasile Taran zu den stärksten deutschen Ringern im Köllerbacher Aufgebot. Das Köllerbacher Kraftpaket gewann zuletzt vorzeitig durch technische Überlegenheit und stellt jeden Gegner vor große Herausforderungen. Auf Burghauser Seite wird wohl wieder ein Eigengewächs auflaufen. Sowohl Albert Kreimer als auch Sultan Muhametow konnten ihre Bundesliga-Gefechte zuletzt souverän mit Siegen krönen. Im Limit bis 75kg B sorgte bei den Gastgebern der armenische Greco-Spezialist Hayk Melikyan zuletzt mit einem technisch überlegenen Sieg für Aufsehen. Auf Burghauser Seite könnte der zuletzt verhinderte Artur Tatarinov antreten, der sich auf einen harten Fight gegen einen der stärksten Ringer in der gesamten Bundesliga in dieser Gewichtsklasse einstellen kann. In der abschließenden 80B-Freistilklasse wartet mit Rostislav Leicht ein aufstrebendes deutsches Freistiltalent auf Köllerbacher Seite. Vieles deutet auf ein mögliches Duell mit dem bestens aufgelegten Akhsarbek Gulaev hin, der am vergangenen Wochenende einen ungefährdeten Überlegenheitssieg beim Heimkampf gegen Lichtenfels feierte.

Auf Grund des Stilartwechsels sowie den anstehenden Weltmeisterschaften könnte es auf beiden Seiten jedoch zur ein oder anderen Überraschung kommen, sodass es nicht verwundern würde, wenn beide Teams kurzfristig an die veränderten Gegebenheiten ihre Mannschaftsaufstellungen anpassen würden.

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