Kein Edelmetall für Burghauser Greco-Spezialisten

Alex Kessidis verpasste bei den Europameisterschaften im griechsich-römischen Stil eine Medaille.

- 24.04.2026, 13:18
- Von: Roman Hölzl
Bei den Europameisterschaften im albanischen Tirana blieben die Ringer aus Burghausen im griechisch-römischen Stil ohne Medaille. Trotz engagierter Auftritte und großer kämpferischer Leistung reichte es für die Starter des Burghauser Bundesligakaders in diesem Jahr nicht für den Sprung aufs Podest. Dies lag weitestgehend auch daran, dass nahezu alle Burghauser Spitzenringer bereits im Vorfeld verletzungsbedingt passen mussten.
Schon länger stand fest, dass Idris Ibaev als amtierender Deutscher Meister nach seinen Verletzungen im Rahmen des Finalkampfs der Deutschen Mannschaftsmeisterschaften bei den Europameisterschaften wird nicht starten können. Aktuell befindet sich der Burghauser Leistungsträger in den Vorbereitungen auf die Deutschen Meisterschaften – ein Start bei der EM wäre jedoch zu früh gekommen. Kurzfristig erwischte es dann noch Witalis Lazovski, der für die Gewichtsklasse bis 67kg nominiert worden war. Der freigegebene Startplatz ging anschließend an Christopher Kraemer, der in der vergangenen Saison noch das Burghauser Trikot trug. Mangels Vorbereitung musste der Allgäuer aber ebenfalls bereits nach einer Niederlage im ersten Duell die Segel streichen. Bei den internationalen Ringern verpasste der Burghauser Publikumsliebling Felix Baldauf ebenfalls die Europameisterschaften, der in der abgelaufenen Bundesligasaison immer wieder mit teils schweren Verletzungen zu kämpfen hatte. Beim Norweger liegt aktuell der Fokus auf den kommenden Qualifikationsturnieren für die im Jahr 2028 stattfindenden Olympischen Spiele in Los Angeles. Es ist daher auch nicht davon auszugehen, dass Baldauf in der kommenden Bundesliga-Saison noch im Burghauser Trikot zu sehen sein wird.
Als einziger Burghauser Starter richteten sich die Blicke auf den Schweden Alex Bjurberg Kessidis, der im Limit bis 97kg auf die Matte ging. Wenngleich Kessidis gegen den Ukrainer Vladen Kozliuk, der im weiteren Turnierverlauf die Bronzemedaille gewinnen konnte, einen starken Kampf zeigte, war es am Ende eine Mischung aus der zu riskanten Kampfweise des Schweden und der beeindruckenden technischen und körperlichen Stärke seines Gegners, was zu seiner 3:7 Punktniederlage führte. Da der Ukrainer im Halbfinale dem Ungarn Alex Gergo Szöke unterlag, war für Kessidis das Turnier-Aus besiegelt.
Auch bei den Deutschen Startern konnte nach Beendigung der Meisterschaften von Zufriedenheit keine Spur sein – zu weit bleiben die deutschen Starter hinter den Erwartungen zurück. So unterlag der nachnominierte Christopher Kraemer im Limit bis 67kg dem Bulgaren Abu Muslim Amaev unglücklich. Samuel Bellscheidt, der in der 77kg-Klasse Idris Ibaev vertrat, startete stark mit einem Sieg gegen den Russen Sergei Stepanov, unterlag aber anschließend gegen den nominell schwächeren Ukrainer Irfan Mirzoiev vorzeitig mit 1:10. Im Halbschwergewicht gelang dem letztjährigen Vize-Europameister Lucas Lazogianis ein 3:1 Sieg gegen den ehemaligen Burghauser Nikolosz Kakhelashvili (Italien), doch gegen den späteren Europameister Kiril Milov gab es für Lazogianis nichts zu holen – mit 1:8 unterlag er den Bulgaren klar. Wenngleich der Deutsche damit in die Hoffnungsrunde einzog, platzten seine Hoffnungen auf Bronze bereits im ersten Kampf. Gegen den Belarussen Kiryl Maskevich kassierte Lazogianis eine 1:4 Niederlage und landete damit als bestplatzierter deutscher Ringer auf dem achten Rang. Im Schwergewicht gewann Jello Krahmer, der im Vorjahr noch die Bronzemedaille für Deutschland gewinnen konnte, zum Turnierauftakt knapp gegen den Litauer Romas Fridrikas. Gegen den durchaus schlagbaren Aserbaidschaner Beka Kandelaki unterlag er jedoch anschließend im Viertelfinale vermeidbar mit 2:3 nach Punkten. In den verbliebenen sechs Gewichtsklassen entsandte der Deutsche Ringerbund keine Starter. Alles in allem kann von einem ernüchternden Ergebnis der deutschen Greco-Nationalmannschaft gesprochen werden, die schlussendlich chancen- und damit medaillenlos die Heimreise aus Albanien antreten musste.













