Idris Ibaev: „Ich arbeite jeden Tag für meinen großen Traum“

Weltklasseringer unter sich: (v.l.): Vize-Europameister Iuri Lomadze, Weltmeister Akzhol Makhmudov, Vize-Europameister Ramaz Zoidze und U23-Weltmeister Idris Ibaev

- 26.07.2026, 19:42
- Von: Martina Kastner
Mit Disziplin, harter Arbeit und großen Zielen hat sich Idris Ibaev längst zu einem der Aushängeschilder des SV Wacker Burghausen und der deutschen Nationalmannschaft entwickelt. Während er sich derzeit in internationalen Trainingslagern auf die kommenden Herausforderungen vorbereitet, spricht der U23-Weltmeister im Interview über seinen Trainingsalltag, den Stellenwert von Regeneration und Ernährung, den Umgang mit Niederlagen sowie seinen großen Traum von einer Weltmeisterschaftsmedaille im Seniorenbereich und der Teilnahme an den Olympischen Spielen.
Idris, aktuell befindest du dich immer mal wieder mit der deutschen Nationalmannschaft in einem Trainingslager. Wie wichtig ist das für deine Entwicklung?
Trainingslager sind für mich extrem wichtig. Dort trainiert man mit internationalen Top-Athleten und sammelt viele neue Erfahrungen. In letzter Zeit war ich in Kroatien, Ägypten und Ungarn im Trainingslager. Solche Maßnahmen helfen mir, mich sowohl technisch als auch körperlich weiterzuentwickeln.
Neben den Trainingslagern bist du auch ansonsten tagtäglich auf der Matte anzutreffen. Wie sieht eine typische Trainingswoche in der Vorbereitungsphase bei dir aus?
In der Vorbereitungsphase trainiere ich jeden Tag zweimal. Der Schwerpunkt liegt auf dem Ringtraining auf der Matte. Zusätzlich mache ich Krafttraining und Ausdauertraining, zum Beispiel Zirkeltraining oder Laufeinheiten, um auch konditionell bestens vorbereitet zu sein. Vor der Saison trainiere ich deutlich intensiver und mit höherem Umfang. Da geht es darum, die körperlichen Grundlagen aufzubauen. Während der Saison liegt der Fokus eher darauf, die Form zu halten, sich gut zu regenerieren und sich gezielt auf die nächsten Gegner vorzubereiten. Beides ist wichtig und gehört zusammen. Kraft ist eine wichtige Grundlage, aber ohne die richtige Technik bringt sie nicht viel. Deshalb lege ich großen Wert darauf, meine Technik ständig weiterzuentwickeln.
Hast du feste Rituale vor dem Kampf und wie gehst du mit Niederlagen um - gerade wenn viel Druck auf dir lastet?
Feste Rituale habe ich vor einem Kampf nicht. Ich versuche einfach, ruhig zu bleiben und mich voll auf den Kampf zu konzentrieren. Niederlagen gehören zum Sport dazu. Natürlich ärgern sie mich, aber ich versuche immer, daraus zu lernen und stärker zurückzukommen.
Auch das Thema Ernährung und Regeneration rückt im Leistungssport immer mehr in den Fokus. Wie handhabst du diese Themen?
Während der normalen Trainingsphase achte ich nicht besonders streng auf meine Ernährung, weil ich zweimal am Tag trainiere und viel Energie brauche. Vor Wettkämpfen sieht das aber anders aus. Dann achte ich deutlich mehr auf mein Essen und mein Gewicht, damit ich optimal vorbereitet bin. Nach intensiven Kämpfen sind Schlaf, gutes Essen und ausreichend Flüssigkeit für mich am wichtigsten. Außerdem helfen lockere Bewegung, Dehnen und Physiotherapie dabei, mich schnell wieder zu erholen.
Was unterscheidet deiner Meinung nach gute von Weltklasse-Ringern? Was sieht von außen leicht aus, ist aber extrem hart?
Weltklasse-Ringer sind nicht nur körperlich stark, sondern auch mental. Sie bleiben auch unter großem Druck ruhig, arbeiten jeden Tag an sich und geben sich nie mit dem Erreichten zufrieden. Viele sehen nur die sechs Minuten auf der Matte. Was oft unterschätzt wird, ist die Vorbereitung: das tägliche Training, das Gewichtmachen, die Disziplin und der Verzicht auf viele Dinge im Alltag.
Wenn du in die Zukunft blickst - was ist dein langfristiges Ziel im Ringen und was würdest du jungen Ringerinnen und Ringern mit auf den Weg geben?
Mein größtes Ziel ist es, Weltmeister zu werden und mich für die Olympischen Spiele zu qualifizieren. Dafür arbeite ich jeden Tag und versuche, mich Schritt für Schritt weiterzuentwickeln. Jungen Nachwuchsringerinnen und -ringern würde ich raten, habt Geduld und gebt niemals auf. Erfolg kommt nicht von heute auf morgen. Wer bereit ist, hart zu arbeiten und auch nach Rückschlägen weiterzumachen, kann seine Ziele erreichen.














