Gold für Albert Kreimer – Burghauser Nachwuchshoffnung ist Deutscher U20-Meister!

Albert Kreimer (re.) gewann in Zella-Mehlis seinen ersten Titelgewinn als Deutscher Meister, Valentino Prelic wurde Fünfter.

- 30.03.2026, 10:00
- Von: Roman Hölzl
Nach einem souveränen Turnierverlauf am Samstag und einem nervenaufreibenden Finalkampf am Sonntag krönte sich Albert Kreimer hochverdient zum diesjährigen Deutschen Meister der U20-Altersklasse. Im Finale besiegte der Burghauser Alexander Herfort knapp mit 6:4 nach Punkten und sicherte sich damit seinen ersten Titelgewinn bei Deutschen Meisterschaften. Valentino Prelic, Burghausens zweite heiße Medaillenhoffnung, verpasste diese mit dem fünften Platz hingegen knapp.
Zum Einstieg ins Turnier, das im thüringischen Zella-Mehlis ausgetragen wurde, traf Albert Kreimer auf Philip Trapp (ESV München-Ost), einen Profi-Sportler der Polizei in Bayern. Nach schönen Durchdrehern in der Bodenlage beförderte er seinen Gegner kurz vor der Rundenpause per Bilderbuch-Kopfzug in die gefährliche Lage, aus der es für Trapp kein Entkommen mehr gab. Nach seinem Schultersieg traf Kreimer mit Jonas Zimmermann (1. AC Regensburg) auf einen weiteren Ringer des Bayerischen Landesverbands. Und auch im Viertelfinale sollte der Sieger am Ende Albert Kreimer heißen, der seinem Gegner nicht den Hauch einer Chance ließ. Mit 9:0 punktete er seinen überforderten Widersacher nach nur rund zwei Minuten vorzeitig aus – erneut waren die Durchdreher in der Bodenlage der Schlüssel zum Erfolg des Burghausers. Im Halbfinale wartete anschließend der aus dem Saarland stammende Kevin Titov (ASV Hüttigweiler). Und auch in diesem Duell wurde der Burghauser seiner Favoritenrolle gerecht. Wenngleich es im Halbfinale zum ersten Mal bis in die zweite Runde hinein dauerte, am Ende stand ein weiterer technischer Überlegenheitssieg Kreimers zu Buche. Damit war der Finaleinzug in beeindruckender Manier geschafft – bei seinen drei vorzeitigen Siegen gab der Wackerianer nicht einen einzigen Wertungspunkt ab. Damit kam es am Sonntag zum Final-Duell mit Alexander Herfort (ASV Mainz 88, Rheinhessen). Und auch in diesem Gefecht dominierte zu Beginn der Burghauser eindrucksvoll. Nach zwei Durchdrehern in der Bodenlage ging er schnell mit 5:0 in Führung, quasi mit dem Pausengong gelang ihm noch ein weiterer Take-Down sowie ein Durchdreher – für das Kampfgericht jedoch außerhalb der Zeit. Auch in der zweiten Runde setzte sich die Überlegenheit Kreimers fort, wenngleich er aus der zweiten Bodenlage kein Kapital schlagen konnte. Beim Stand von 6:0 ging es damit in die letzte Kampfminute. Sein Gegner Alexander Herfort hatte sich zu diesem Zeitpunkt noch lange nicht aufgegeben und übernahm immer mehr die Oberhand. Und so kam es, dass dem Mainzer nach einem Take-Down auch noch ein Ausheber gelang, sodass er den Rückstand auf 6:4 verkürzen konnte. Doch Albert Kreimer konnte sich in den verbliebenen 15 Sekunden Kampfzeit den energischen Angriffen seines Gegners erfolgreich erwehren und sicherte sich damit nicht nur den Sieg, sondern auch seinen ersten Titelgewinn bei Deutschen Meisterschaften. Diese Goldmedaille stellt für den Burghauser eine besondere Genugtuung dar, nachdem ihm im Vorjahr die Chance auf den Titelgewinn bei den Deutschen U17-Meisterschaften auf skandalöse Weise genommen wurde. Zur Erinnerung: Damals wurde ihm die Starterlaubnis trotz eines gültigen ärztlichen Zertifikats wegen einer Schramme am Arm vor Ort entzogen. Doch dies ist nun Geschichte – mit seiner Goldmedaille reiht sich Albert Kreimer in die Reihe von Sultan Muhametow und Daniel Meyer ein, die heuer ebenfalls bereits Gold bei Deutschen Meisterschaften für den SV Wacker Burghausen gewinnen konnten.
Kein gutes Wochenende verbrachte hingegen Valentino Prelic, der ebenfalls als heißer Kandidat auf Edelmetall in der Klasse bis 97kg galt. Gleich zum Turnierauftakt kam es zum Kräftemessen mit seinem vermeintlich stärksten Gegner, dem „Nordlicht“ Ole Sterning vom HAC Stralsund (Mecklenburg-Vorpommern), seines Zeichens Vize-Weltmeister der Kadetten des Jahres 2024. In der ersten Runde konnte der Burghauser den Kampf noch offen gestalten und bekam vom Kampfgericht auch die Oberlage im Bodenkampf zugesprochen, doch nach einem missglückten Durchdreher ging sein Gegner mit 1:2 in Führung. In der zweiten Runde konnte Prelic dann der kraftvollen Ringweise seines Gegners nicht mehr standhalten. Im Bodenkampf kassierte er im Anschluss weitere Durchdreher, sodass der Kampf am Ende mit 1:8 zu Gunsten des späteren Deutschen Meisters Ole Sterning endete. In der Hoffnungsrunde traf Prelic am Sonntag im Kampf um Bronze auf Keymi Rothweiler (AV Reilingen, Nordbaden). Auch in diesem Duell legte der Burghauser gut vor und ging in Führung, doch in der zweiten Runde brach der Burghauser gänzlich ein und unterlag seinem Gegner beim Stand von 6:14 noch auf Schulter.
Das rekordverdächtige Abschneiden der Burghauser Nachwuchsringer mit gleich drei Titelgewinnen bei den Deutschen Meisterschaften ist ein deutlicher Beweis für die konsequente und erfolgreiche Nachwuchsförderung beim SV Wacker Burghausen. Die außergewöhnlichen Leistungen unterstreichen zugleich die hohe Qualität der Trainer, deren fachliche Kompetenz, langfristige Aufbauarbeit und engagierte Betreuung maßgeblich dazu beitragen, junge Talente an die nationale Spitze zu führen.
„Für Albert Kreimer freut es mich besonders, nachdem er im Vorjahr unter durchaus fragwürdigen Umständen um seine Medaillen-Chancen gebracht wurde. Schon in den Vorrundenkämpfen hat Albert herausragende Leistungen erbracht und jeden seiner Gegner nach Belieben beherrscht. Das Finale wurde am Ende spannender als notwendig, aber auch diese kritischen Sekunden zum Kampfende hin hat er gut überstanden. Hut ab vor seiner Leistung!“, zeigte sich Burghausens Cheftrainer Eugen Ponomartschuk voll des Lobs für seinen Schützling, den er vor Ort betreute. Auch zur Leistung von Valentino Prelic hatte der Burghauser Trainer eine Meinung: „Es gibt einfach Tage, da soll es nicht sein. Am Ende ist es bei Deutschen Meisterschaften ganz viel Kopfsache, wenn es um Erfolg und Misserfolg geht. Auch derartige Rückschläge gehören leider ab und zu dazu. Valentino hat ein großes Potenzial, dessen sind wir uns alle bewusst und wir sind uns sicher, dass er seinen Weg gehen wird.“













