Was zusammengehört, ist endlich vereint – Tatarinov Zwillinge starten für Burghausen!

Schon vor zwei Jahren äußerte Eduard, der ältere der beiden Tatarinov-Brüder, in einem Interview den Wunsch, einmal in der Bundesliga zusammen mit seinem Bruder im selben Team ringen zu dürfen. Damals noch in weiter Ferne, wird in der kommenden Saison sein Wunsch Realität. Denn die sportliche Leitung des amtierenden Deutschen Mannschaftsmeisters verpflichtete mit Artur Tatarinov das bisher noch fehlende Puzzle-Stück, um die Wiedervereinigung der Brüder perfekt zu machen. Sportlich betrachtet gelang dem SVW damit ein echter Transfer-Coup.

In Kirgisistan geboren, als Babys nach Deutschland übergesiedelt und anschließend das Ringen in Traunstein erlernt - schon von Kindesbeinen an verband die beiden zweieiigen Brüder der Ringsport. Während sich die beiden in der Jugend ab und zu auch zum direkten Kräftemessen auf der Matte begegneten, wurden im Laufe der Zeit direkte Vergleiche immer seltener. Während der groß gewachsene Eduard sich im freien Stil besser zurecht fand, spezialisierte sich der rund einen halben Kopf kleinere Artur auf den griechisch-römischen Stil. Auch örtlich ergab es sich, dass die beiden Brüder im Erwachsenenalter getrennte Wege gingen. Während Eduard bei der Stadt Traunstein angestellt in der Heimat blieb, zog es Artur nach Nürnberg, da er beruflich in Erlangen im öffentlichen Dienst angestellt war. In ihren sportlichen Laufbahnen landete „Edi“ mit einem Zwischenstopp beim SV Johannis Nürnberg in Burghausen, Arturs Weg hingegen führte über den SV Siegfried Hallbergmoos zum SC Siegfried Kleinostheim, bei dem er in den vergangenen sechs Jahren als absoluter Leistungsträger agierte. Doch nun entschied sich Artur, seinen Lebensmittelpunkt zurück ins heimatliche Traunstein zu verlagern. Damit eröffnete sich für den SV Wacker Burghausen schnell die Chance, den Wunsch Eduards nach einer Wiedervereinigung der beiden Brüder zu erfüllen. Denn sportlich betrachtet sind die beiden Brüder mittlerweile in der nationalen Spitze angekommen. Während Freistilspezialist Eduard in den letzten Jahren zwei Titelgewinne bei den Deutschen Meisterschaften in der Klasse bis 92kg feiern konnte, erkämpfte sich Artur im vergangenen Jahr den Titelgewinn bei den Deutschen Meisterschaften im griechisch-römischen Stil der 72kg.

Was das Training angeht, findet Artur in Burghausen optimale Voraussetzungen vor: Neben einer erstklassigen Trainingshalle kann Artur Tatarinov zukünftig mit weiteren deutschen Spitzenringern wie beispielsweise Baschir Kartojev, Witalis Lazovski und Idris Ibaev trainieren. Diese enorme Leistungsdichte wird das Niveau im Training nochmals erhöhen, wovon schlussendlich alle Burghauser Ringer profitieren werden. Im Hinblick auf den neuen Burghauser Bundesligakader kann man durchaus festhalten, dass es der sportlichen Leitung des SV Wacker Burghausen gelungen ist, ein Statement zu setzen. Mit der Verpflichtung von Artur Tatarinov gewinnt der Burghauser Kader ein großes Stück Flexibilität zurück, die in der vergangenen Saison nach dem Abgang von Michael Widmayer vermisst wurde. Und ob die brüderliche Wiedervereinigung den Grundstein für eine neue Ära legt? Gut möglich, denn zusammen sind sie die perfekte Mischung aus Präzision und Explosivität.

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