Wacker-Ringer ziehen abermals ins Halbfinale ein

Die Ringer des SV Wacker Burghausen haben es erneut geschafft. Wie schon in den letzten sieben Jahren, so zogen sie auch diesmal mit einem 19:9 Heimerfolg gegen den KSC Hösbach ins Play Off-Halbfinale ein und gehören somit wieder zu den besten vier Mannschaften in ganz Deutschland. Mit einem Elf-Punkte-Vorsprung ging der SV Wacker in den Rückkampf in Burghausen, doch Hösbach mobilisierte noch einmal alle Kräfte und konnte schon nach drei Kämpfen aufschließen, ehe dann ab dem vierten Kampf alles für die Wackerianer lief.

Zum Auftakt im Limit bis 61kg griechisch-römisch traf Fabian Schmitt wie schon vor vier Wochen auf Abdolmohammad Papi. Und erneut fand der Burghauser kein Mittel gegen die starken Bodenaktionen des Hösbachers, der immer wieder mit Durchdrehern punktete und kurz vor Kampfende sogar noch den technisch überlegenen Sieg sicherstellte. Hösbach ging damit mit 4:0 in Führung. Im anschließenden Freistilkampf der 130kg-Klasse ersetzte Alexander Kreimer Erik Thiele, der sich im Hinkampf an der Schulter verletzt hatte. Gegen den ungarischen Weltklassemann Vladislav Baitsaev wehrte sich Kreimer tapfer, konnte sich mehrfach aus brenzligen Situationen befreien, musste jedoch kurz vor Ablauf der Kampfzeit ebenfalls eine technisch überlegene Punktniederlage hinnehmen. Hösbach erhöhte damit auf 8:0. Nun sollten die ersten Punkte für den SV Wacker Burghausen her, doch der mehrfache deutsche Meister Niklas Dorn ließ Wackers Gulomjon Abduallev nicht richtig zur Entfaltung kommen. Zwar ging der Wackerianer mit einem Push Out in Führung, doch Dorn setzte kurz vor Schluss noch einmal alles auf eine Karte und sicherte sich mit einem Beinangriff den etwas überraschenden, aber keineswegs unverdienten 4:2 Punktsieg. Damit erhöhte Hösbach auf 9:0 und der Vorsprung aus dem Hinkampf war fast aufgebraucht. Im Greco-Halbschwergewicht kam es zum internationalen Top-Duell zwischen Alex Kessidis und dem Olympiafünften Ivan Huklek. Beide Athleten kämpften förmlich um jeden Zentimeter Matte bis hin zur totalen Erschöpfung, doch Kessidis hatte etwas mehr Stehvermögen, konnte sich knapp nach Punkten durchsetzen und somit auf 1:9 verkürzen. Im letzten Kampf vor der Pause traf im 71kg Limit Witalis Lazovski auf Hösbachs Topscorer Gevorg Sahakyan. Der Hösbacher ging als klarer Favorit in den Kampf, schließlich hatte er Lazovski in den letzten beiden Duellen deutlich besiegt. Doch sobald es in den Playoffs um alles geht, scheint der Wackerianer noch einmal 20% im Köcher zu haben. Lazovski war von Beginn an der dominierende Mann, drängte den Hösbacher, angepeitscht vom Burghauser Publikum, immer wieder in die Defensive und erarbeitet sich somit einen 2:0 Vorsprung. Als er sich dann in der Schlussminute aus der Unterlage noch aus einer misslichen Situation befreien konnte, war der Widerstand Sahakyans gebrochen und Lazovski brachte mit einer wahren Energieleistung den 2:0 Vorsprung nach Hause und stieß somit das Tor zum Halbfinale weit auf.

Bei einem 2:9 Rückstand eröffnete Eduard Tatarinov die zweite Hälfte gegen Ahmed Dudarov. Wie schon in den letzten Wochen zeigte Tatarinov eine ganz starke Leistung, war jederzeit Herr der Lage und punktete mit impulsiven Beinangriffen, Durchdrehern und Überstürzern. Am Ende stand ein ungefährdeter 9:2 Punktsieg zu Buche und das Burghauser Team verkürzte auf 4:9. Im Freistilkampf des Limits bis 75kg kam es zur Neuauflage des Duells aus der Vorwoche zwischen Europameister David Baev und seinem starken russischen Landsmann Aznaur Tavaev. Tavaev ging früh mit einem spektakulären Armzug in Führung, doch Baev blieb ruhig, zeigte seine ganze technische Klasse und holte Punkt um Punkt auf. Nach mehreren blitzschnellen Beinangriffen siegte Wackers Europameister nach einem hochklassigen Kampf mit 12:4 nach Punkten. Im 80kg Greco-Kampf wurde Idris Ibaev seiner Favoritenrolle eindrucksvoll gerecht. Gegen Nils Buschner punktete er zunächst mit einem spektakulären Wurf aus der Kopfklammer, ließ im Bodenkampf einen Ausheber folgen, der vom Schiedsrichtergespann mit der Höchstpunktzahl Fünf bewertet wurde und stellte kurz darauf mit einem weiteren Take Down den technisch überlegenen Sieg sicher. Erstmals an diesem Abend ging der SV Wacker damit mit 11:9 in Führung. Im vorletzten Kampf kam es dann zum Wiedersehen mit Wackers ehemaligen Punktegaranten Michael Widmayer, der in seinen acht Jahren in Burghausen maßgeblichen Anteil an den fünf Titeln des SV Wacker Burghausen hatte. Im Duell mit seinem Nachfolger Baschir Kartojev entwickelte sich der erwartet intensive Kampf, ehe Kartojev Mitte der zweiten Halbzeit mit einer Kopfklammer punktete. Dabei verletzte sich Widmayer schwer an der Schulter und musste den Kampf unter Schmerzen aufgeben. So sehr sich die Zuschauer auf die Rückkehr Widmayers freuten, so tief saß anschließend der Schock und die Fassungslosigkeit über die Verletzung des ehemaligen Burghauser Publikumslieblings. Den Schlusspunkt setzte Mohamed Mottaghinia in der Gewichtsklasse bis 80kg im Freien Stil gegen das Hösbacher Eigengewächs Tim Müller. Mottaghinia beherrschte den Kampf von Beginn an, punktete mit blitzschnellen Beinangriffen sowie konsequenten Beinschrauben und wurde bereits Mitte der zweiten Hälfte technisch überlegener Sieger. Damit stellte er nicht nur den 19:9 Endstand her, sondern blieb auch in dieser Saison weiterhin ungeschlagen.

Schon nächste Woche geht es für die Wacker-Ringer im Halbfinale gegen den Topfavoriten um die Meisterschaft, den SC Siegfried Kleinostheim, weiter. Auch wenn man sich in der Außenseiterrolle befindet, so ist den Wackerianern nach den Leistungen der letzten beiden Wochen alles zuzutrauen.

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