Wacker-Ringer krönen sich erneut zum Deutschen Mannschaftsmeister

Die Ringer vom SV Wacker Burghausen haben es wieder geschafft: Mit einem starken Auftritt im Final-Rückkampf der 1. Bundesliga sicherten sich die Salzachstädter mit einem 19:8-Sieg zum sechsten Mal seit 2018 den Titel des Deutschen Mannschaftsmeisters - und bleiben damit auch weiterhin in jedem erreichten Finale ungeschlagen. Bereits der Hinkampf gegen den SV Germania Weingarten war mit 12:11 hauchdünn an Burghausen gegangen, was einen wertvollen Punkt Vorsprung für den entscheidenden Abend bedeutete. Vor einer großartigen Kulisse in der ausverkauften Sportparkhalle mit weit mehr als 1000 Zuschauern eröffnete Klara-Sophie Heim den Abend mit der deutschen Nationalhymne. Die Stimmung war von Beginn an elektrisierend - lautstarke Burghauser Fans, zahlreiche nordbadische Anhänger der Gäste und anderer Ringervereine aus der Region und ein respektvoller, fairer Umgang auf und neben der Matte prägten diesen besonderen Finalabend.

Auch sportlich legte Burghausen einen Start nach Maß hin: Im Gewichtsklassement bis 61 kg Griechisch-Römisch (GR) gewann der 33-jährige Fabian Schmitt souverän mit 2:0 gegen Daniel Layer. Was anschließend passierte, überraschte sicherlich viele. Unter großem Applaus zog Schmitt seine Ringerstiefel auf der Matte aus und verkündete mit dieser symbolträchtigen Geste sein Karriereende. Ein würdiger Abschluss einer beeindruckenden Laufbahn, die seinen sportlichen internationalen Höhepunkt 2019 mit dem Gewinn der Bronzemedaille bei einer Europameisterschaft hatte. Sein unbändiges Kämpferherz, seine ringerische Finesse und seine sympathische Art, auf und neben der Matte, werden unvergessen bleiben.

Im Freistil-Schwergewicht ließ Erik Thiele nichts anbrennen und bezwang Mohammad Ali Umkhadjiev mit 2:0 nach Punkten. Es folgte ein enger Kampf bis 66 kg (Freistil/FS), in dem Magomed Kartojev gegen Vasyl Shuptar mit 4:3 die Oberhand behielt und einen weiteren wichtigen Punkt für Burghausen einfuhr. Angefeuert von seinen mitgereisten schwedischen Fans, setzte Alex Kessidis im Halbschwergewichtsduell ein weiteres Ausrufezeichen. Gegen Routinier Peter Öhler stellte der Sympathieträger die Weichen mit seinem 2:0-Sieg klar auf Titelkurs.

Für die überraschend klare 11:0-Pausenführung sorgte anschließend Christopher Kraemer (71 kg GR). Er dominierte Janis Heinzelbecker, den Sohn des Weingartner Trainers Frank Heinzelbecker, nach Belieben und siegte vorzeitig mit 4:0 durch Technische Überlegenheit. Kraemer blieb somit die gesamte Saison über ungeschlagen – eine herausragende Leistung. In der Gewichtsklasse bis 86 kg (FS) musste Mohammad Mottaghinia gegen den Vize-Europameister Mahamedkhabib Kadzimahamedau eine 0:3-Niederlage hinnehmen. Direkt danach wurde Wackers Spitzenringer David Baev (75 kg FS) seiner Favoritenrolle einmal mehr gerecht. Gegen Marcel Wagin erkämpfte der ehemalige Weltmeister vier Mannschaftspunkte, die sein Team uneinholbar in Führung brachten. Der Traum vom sechsten Titel – er wurde in diesem Moment Realität! Der Jubel in der Sportparkhalle kannte keine Grenzen mehr und die Konfettikanonen sorgten für eine stimmungsvolle Atmosphäre.

Doch auf der Matte ging es sportlich weiter: Die von allen Zuschauern sehnlichst erwartete Neuauflage des Hinrundenduells zwischen Burghausens Lokalmatador Idris Ibaev und dem japanischen Olympiasieger Nao Kusaka (80 kg GR) endet leider anders als erwünscht. Beim Stand von 0:7 für den Gast aus Weingarten, musste Ibaev verletzungsbedingt aufgeben. Nachdem sein Bruder Magomed bereits in der ersten Halbzeit die Matte als Sieger verlassen hatte, setzte Baschir Kartojev (75 kg GR) alles daran, es ihm gleich zu tun. Dies gelang ihm eindrucksvoll, in dem er Louis Lay bereits in Runde 1 schulterte. Im letzten Duell des Abends traf Wackers Freistil-Ass Zelimkhan Khadjiev auf Deutschlands Ringer des Jahres, Manuel Wagin. Der Franzose, der sich unter der Woche noch den Sieg bei den international stark besetzten Zagreb Open sicherte, tat sich gegen 18-jährigen Weingartner schwer und unterlag mit 0:1. Am Gesamterfolg änderte das jedoch nichts mehr.

Der ausgelassene Jubel nach dem Kampf machte deutlich, was dieser Titel bedeutete: Sportler, Offizielle und Helfer lagen sich in den Armen. Auch eine Sektdusche und extra vorbereitete T-Shirts durften nicht fehlen. Passender hätte der Spruch auf den Meister-Outfits dabei nicht sein können: „Erfolg ist kein Glück“ – im Falle von Burghausen ist es das Ergebnis jahrelanger Kontinuität, harter Arbeit und eines starken Teamgeists. Ein großes Lob galt auch den vielen ehrenamtlichen Helfern und der Abteilungsleitung, die diese beeindruckende Finalkulisse möglich gemacht hatten. Burghausen bedankte sich auch ausdrücklich bei der sehr fairen Gästemannschaft des SV Germania Weingarten, die zu einem hochklassigen und würdigen Finale beitrug.

Bei der anschließenden offiziellen Siegerehrung durch den Präsidenten des Deutschen Ringerbundes, Jens-Peter Nettekoven, wurde zunächst dem Vize-Meister SV Germania Weingarten gebührend gratuliert, ehe dann der Burghauser Mannschaftskapitän Erik Thiele den Pokal in die Höhe strecken durfte.

Der SV Wacker Burghausen ist und bleibt somit das Maß der Dinge im deutschen Mannschaftsringen - der sechste Titel seit 2018, kein verlorenes Finale. Ein Erfolg für die Geschichtsbücher.

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