Verstärkung fürs Bundesliga-Team: Akhsarbek Gulaev wechselt zum SVW

Akhsarbek Gulaev tritt in Burghausen die Nachfolge von Zelimkhan Khadjiev an.

Einen weiteren Neuzugang vermeldeten die Burghauser Ringer, die mit Akhsarbek Gulaev einen neuen Freistilringer für die Gewichtsklasse bis 80kg präsentierten. Der Slowake zählt seit Jahren zu den stärksten Ringern Europas und bringt nicht nur enorme Qualität, sondern auch internationale Erfahrung mit nach Burghausen. Darüber hinaus gaben die Burghauser Verantwortlichen bekannt, dass in der kommenden Saison auch Eigengewächs Mansur Dakiev und der deutsche Jugendmeister Daniel Meyer in den Bundesligakader mit eingebaut werden.

Akhsarbek Gulaev wurde am 23. August 1997 im nord-ossetischen Wladikawkas geboren – einer Region im Kaukasus, die seit Jahrzehnten als Talentschmiede des internationalen Ringkampfs gilt. Bereits früh zeigte sich sein außergewöhnliches Talent im Freistilringen. Seine Ausbildung erhielt er in renommierten russischen Nachwuchsprogrammen, ehe er 2017 sportlich neue Wege ging und künftig für die Slowakei startete. International machte Gulaev zunächst im Nachwuchsbereich auf sich aufmerksam: Bereits 2017 gewann er die Silbermedaille bei den U23-Weltmeisterschaften in Polen. Es folgten weitere Silbermedaillen bei den U23-Europameisterschaften 2018 und 2019. Zudem sicherte er sich Bronze bei den Junioren-Europameisterschaften und etablierte sich damit früh als eines der größten Talente im europäischen Freistilringen. Der endgültige internationale Durchbruch gelang ihm dann im Jahr 2021: Bei den Europameisterschaften in Warschau krönte sich Gulaev in der Gewichtsklasse bis 79kg zum Europameister. Auf dem Weg zum Titel dominierte er die Konkurrenz eindrucksvoll und bezwang im Finale den Franzosen Saifedine Alekma mit 2:1 nach Punkten. Mit diesem Triumph schrieb Gulaev gleichzeitig slowakische Sportgeschichte. Er gehörte damit zu den wenigen slowakischen Ringern überhaupt, die einen Europameistertitel im Freistil gewinnen konnten. Im Anschluss an diesen Erfolg führte ihn die United World Wrestling zeitweise sogar als Nummer eins der Weltrangliste seiner Gewichtsklasse. Auch in den darauffolgenden Jahren blieb Gulaev auf internationalem Topniveau aktiv. Er nahm an Weltmeisterschaften teil, gewann Medaillen bei hochkarätigen internationalen Turnieren und behauptete sich dauerhaft in der erweiterten Weltspitze. Seine aggressive Ringweise, seine enorme Explosivität und seine starke Defensive machen ihn zu einem unangenehmen Gegner für jeden internationalen Spitzenringer. Bei den diesjährigen Europameisterschaften belegte Gulaev den zehnten Rang. Für viele Experten dürfte die Verpflichtung Gulaevs etwas überraschend kommen, verfügte doch der SVW mit Mohammad Mottaghinia und Zelimkhan Khadjiev über hervorragende Athleten. Mottaghinia wird aber in der kommenden Saison für den FC Erzgebirge Aue auf die Matte gehen und Khadjiev, der in den vergangenen beiden Jahren Silber und Bronze bei den Europameisterschaften holte, liebäugelt mit einem Wechsel in die MMA – den Mixed Martial Arts – die wohl härteste Vollkontakt-Kampfsportart überhaupt. Zuletzt bekräftigte er seine Pläne in einem ausführlichen Artikel in der französischen Presse. Parallel dazu stünden auch noch die Qualifikationsturniere für die Olympischen Spiele in Los Angeles an, sodass Khadjiev in der kommenden Saison nicht mehr vollumfänglich für den Burghauser Bundesligakader zur Verfügung stehen würde.

Als Alternative zu Gulaev stehen Eigengewächs Mansur Dakiev und Daniel Meyer parat. In den vergangenen Jahren richtete sich Dakievs Fokus vermehrt auf seine berufliche Laufbahn. Generell ist der Werdegang von Mansur Dakiev ein Paradebeispiel für die integrativen Möglichkeiten des Ringsports: als Kind kam er zusammen mit seiner Familie als tschetschenischer Kriegsflüchtling nach Burghausen und wurde wenig später als Schüler in die Ringerabteilung aufgenommen. Im Laufe der Zeit absolvierte Dakiev erfolgreich die Schule, machte eine Ausbildung zum Chemikanten und schloss vor kurzem seine Fortbildung zum Industriemeister Chemie (IHK) erfolgreich ab. Nach einigen Jahren als Leistungsträger in der zweiten Mannschaft wird Dakiev in der kommenden Saison mehr in den Fokus des Burghauser Bundesligakaders rücken. Daniel Meyer wechselte als 15-jähriger an die Salzach und seine Karriere nahm in den letzten Monaten so richtig an Fahrt auf. Im Herbst hatte er maßgeblichen Anteil am Klassenerhalt des Oberligateams und im Frühjahr konnte er sich nach einer sensationellen Leistung zum ersten Mal die Goldmedaille bei den deutschen Meisterschaften erkämpfen. Nun soll auch er langsam an die Bundesliga herangeführt werden.

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