Ein voller Erfolg: Burghauser Ringer überzeugen bei Bayerischen Meisterschaften restlos

Valentino Prelic wurde zweifacher Bayerischer Meister und zum besten Ringer des Turniers gekürt

„Wer nicht wagt, der nicht gewinnt“, ist ein bekanntes deutsches Sprichwort, das besagt, dass man Risiken eingehen muss, um Erfolg zu haben. Dieses Risiko nahm der Bayerische Ringerbund auf sich und schuf mit den Bayerischen Meisterschaften ein Ringer-Turnier der Superlative. Mit rund 1000 Stilnehmern fand am vergangenen Wochenende Deutschlands größtes Ringerturnier im oberfränkischen Coburg statt. Eingeladen waren alle Altersklassen beginnend mit der U10 bis hin zu den erwachsenen Ringerinnen und Ringer, gerungen wurde auf insgesamt sechs Matten sowohl im freien als auch im griechisch/römischen Stil. Die zahlreichen Burghauser Starter überzeugten durchwegs mit starken Leistungen und sicherten dabei vierzehn Gold-, sieben Silber- und vier Bronzemedaillen – in der Vereinswertung bedeutete dies den dritten Platz.

Auf Grund der langen Anreise machten sich die Burghauser Freistilringer, die am Samstag ihren Einsatz hatten, bereits am Freitag auf die Reise. Bei der weiblichen Jugend der U14-U17 schickte der SVW Kajsa Lechner ins Rennen, die sich nach zwei Siegen die Goldmedaille sichern konnte. In der Altersklasse der U12 gingen zudem mit Artur Michel (bis 34kg) und Emil Heß (bis 45kg) zwei Burghauser an den Start. Nach zwei Siegen und zwei Niederlagen verpasste Michel den Bronzerang nur um Haaresbreite und belegte Platz vier. Emil Heß zeigte seinerseits ein perfektes Turnier: ohne einen einzigen Punkt abzugeben, beendete er alle vier Duelle vorzeitig und sicherte sich damit unangefochten den Titelgewinn als Bayerischer Meister. Bei den U14 schickte der SVW vier Starter ins Rennen. So belegte Gabriel Lechner (bis 38kg) den Silberrang und musste sich einzig Phil Baumeister (SV Johannis Nürnberg) geschlagen geben. Eine bärenstarke Turnierleistung gab auch Kiryl Sulkouski (bis 41kg) zum Besten – auch er besiegte alle seine Gegner vorzeitig, gab dabei wie sein Teamkamerad Emil Heß keinen einzigen Punkt ab und sicherte sich damit souverän die Goldmedaille. Über eine weitere Silbermedaille konnte sich Alexander Bulatov in der Klasse bis 44kg freuen, der nach zwei Siegen im entscheidenden Kampf gegen Johannes Schlager (SV Untergriesbach) eine ärgerliche 5:6 Punktniederlage hinnehmen musste. Im Limit bis 62kg gelang Bünyamin Mumcu bei seiner ersten Teilnahme an Bayerischen Meisterschaften ein Sieg, sodass er den fünften Rang belegte. Bei den Bayerischen Meisterschaften der U17 feierte Engjull Sedolli sein Debüt auf Landesebene und zeigte dabei vielversprechende Leistungen. Im entscheidenden letzten Kampf sicherte er sich nach einem Schultersieg gegen Martin Buchner (AC Penzberg) den Bronzerang. In der stark besetzten 60kg-Klasse ging Eric Dietrich auf die Matte, feierte einen Sieg, der jedoch nicht für den Einzug in die Finalkämpfe reichte. Im Gesamtklassement belegte Dietrich den zehnten Platz. Gleich zwei Burghauser Athleten starteten im 80kg-Limit. Während Marian-Alexandru Ghiorghias nach zwei Niederlagen aus dem Turnier ausschied und den zwölften Platz belegte, machte es sein Teamkamerad Daniel Meyer besser, der in der vergangenen Saison eine feste Stütze im Oberligakader der Burghauser Ringer darstellte: Nach vier Überlegenheitssiegen in den Poolkämpfen stand er im Finale dem deutschen Vizemeister Eduardo-Florian Citu (SV Untergriesbach) gegenüber, dem er sich in der abgelaufenen Oberliga-Saison noch geschlagen geben musste. Doch dieses Mal sollte sich das Blatt drehen: Dank einer überaus konzentrierten Leistung sicherte sich Meyer durch einen 3:2 Punktsieg den Turniererfolg. In den Altersklassen der U10, der U20 und der Männer schickte der SVW keine Starter ins Rennen um die Medaillen.

Am Sonntag folgten dann die Wettbewerbe der Greco-Ringer, in denen sich mehrere Wackerianer berechtigte Hoffnungen auf die begehrten Medaillen machen konnten. Wie schon am Vortag ging Emil Heß auch im griechisch-römischen Stil in der 45kg-Klasse an den Start. Am Ende konnte er sich mit der Bronzemedaille über sein zweites Edelmetall an diesem Wettkampfwochenende freuen. Beeindruckende Ergebnisse lieferten die Burghauser Starter in der Altersklasse der U14 ab. Im Limit bis 41kg dominierten die beiden Burghauser Teamkameraden Talha Yilmaz und Gabriel Lechner in den Poolkämpfen und zogen beiden ungeschlagen ins Finale ein. Nach einem packenden Finalkampf sicherte sich Lechner am Ende mit 7:2 die Goldmedaille und verwies Yilmaz auf den starken Silberrang. Nach Silber am Vortag strebte Alexander Bulatov nun im Greco-Turnier nach Gold – und sollte am Ende sein Ziel auch hochverdient erreichen. Nach drei klaren Siegen in den Poolkämpfen zeigte er Yasin Iraki (ESV München-Ost) im Finale mit einem klaren 7:0 Sieg die Grenzen auf und sicherte sich so den Turniersieg. Auch Mustafa Ermanbetov, der in der 48kg-Klasse an den Start ging, machte es seinem Teamkamerad gleich: Verlustpunktfrei zog er ungefährdet ins Finale ein und punktete dort Jakob Hinterstoißer (SC Anger) noch in der ersten Runde vorzeitig aus. Mit einer Silbermedaille im Gepäck kehrte Noel Scholz zurück in die Heimat: nach zwei klaren Siegen musste Scholz sich am Ende Max Lehneis (SV Johannis Nürnberg) geschlagen geben, doch die verdiente Silbermedaille zeugt von seinen ansonsten starken Turnierauftritten. Im zweiten Pool sicherte sich Timur Muhametow den zweiten Platz und unterlag ebenfalls nur dem Nürnberger Max Lehneis. Im Kampf um Bronze ließ er Amon Paselek (SV Untergriesbach) jedoch keine Chance und sicherte sich so die verdiente Medaille. Bünyamin Mumcu schrammte hingegen in der 62kg-Klasse denkbar knapp an der Goldmedaille vorbei: im entscheidenden Kampf unterlag er Dominik Brester (TSV Zirndorf) nach einem aktionsreichen Duell mit 10:11 nach Punkten. Bei seinen ersten Landesmeisterschaften gleich eine Silbermedaille zu gewinnen, zeugt vom Potenzial des jungen Sportlers.

Bei den Startern der U17-Ringer gab es ebenfalls positive Nachrichten: Während Engjull Sedolli mit dem vierten Platz knapp an Edelmetall vorbeischrammte, sicherte sich Alexander Komarovskiy die Silbermedaille (bis 65kg): nach vier überlegenen Siegen musste er sich einzig im Finale Maximilian Hinterstoißer (SC Anger) geschlagen geben. Im Limit bis 80kg gingen gleich zwei Burghauser an den Start. Während Marian-Alexandru Ghiorghias den achten Platz belegte, wurde Sultan Muhametow seiner Favoritenrolle gerecht und sicherte sich unangefochten die Goldmedaille. Bei seinen vier Siegen gab auch er keinen einzigen Wertungspunkt ab und besiegte seine Gegner allesamt technisch überlegen. Als ob dies nicht genug wäre, startete Sultan Muhametow auch in der Altersklasse der U20 – und dies ebenfalls mit großem Erfolg. Nach drei starken Siegen fand er sich auch dort im Finale wieder, unterlag dort allerdings Nico Baumeister (SV Johannis Nürnberg) auf Schulter, durfte sich am Ende aber über die starke Silbermedaille freuen. Im Limit 77kg setzte Albert Kreimer seine Siegesserie aus dem Vorjahr fort: nach vier vorzeitigen Siegen sicherte auch er sich den diesjährigen Titelgewinn. Als dritter Starer gingt Valentino Prelic ins Rennen, der mit seinen Gegnern ebenfalls kurzen Prozess machte: für seine drei Siege benötigte er in Summe nicht einmal vier Minuten – auch er gewann unangefochten Gold.

Bei den Männern vertrat im Limit bis 67kg Benjamin Haizinger die Burghauser Farben, obwohl er in der Liga mittlerweile für den SV Untergriesbach auf die Matte geht. Dies ist durch das sogenannte Zweistartrecht möglich, das Sportlern ermöglicht, in Turnieren ihren Heimatverein zu repräsentieren. Dies machte Haizinger in einmaliger Manier: mit vier souveränen Siegen in Serie wurde auch er Bayerischer Meister. In Limit bis 72kg starteten Manfred Esmaier und Leo Kühl. Während Esmaier nach zwei Siegen und zwei Niederlagen hauchdünn den dritten Rang verpasste, landete Kühl auf Rang sieben. Eine Klasse höher ging Abdulkerim Menevse an den Start: dem Leistungsträger aus dem Burghauser Oberliga-Team gelang der Einzug ins kleine Finale, wo er Orlando Gutmann (ASV Hof) keine Chance ließ und sich den Bronzerang sicherte. Benedikt Rothe (bis 82kg) betätigte sich seinerseits als „Kurzarbeiter“: alle seine vier Siege sicherte er sich jeweils vor Ablauf der regulären Kampfzeit per Überlegenheits- oder Schultersieg und konnte sich am Ende über die hochverdiente Goldmedaille freuen. In der 97kg Klasse gingen Kürsat Bekir Zihni und Valentino Prelic an den Start. Während sich Zihni frühzeitig nach zwei Niederlagen aus dem Turnier verabschieden musste und den dreizehnten Rang belegte, zeigte Valentino Prelic sein ganzes Potenzial: nachdem er bereits die U20-Klasse dominiert hatte, ging er auch im Seniorenbereich wie ein heißes Messer durch kalte Butter. Fünf Kämpfe, fünf vorzeitige Siege, kein einziger Punkt für einen seiner Gegner: Werte, die von purer Dominanz sprechen! Am Turnierende wurde Valentino Prelic noch eine besondere Ehre zuteil: Als Bayerischer Doppel-Meister wurde er mit dem Preis für den besten Ringer des Turniers ausgezeichnet. Vollkommen zurecht wurde ihm im Rahmen der Siegerehrung der Bayerische Löwe überreicht, den Bayerns Ministerpräsident Markus Söder anlässlich der diesjährigen Meisterschaften gestiftet hat. Zu guter Letzt ging Alexander Kreimer im Schwergewicht an den Start und überzeugte hier auf ganzer Linie: im Finale ließ der bullige Burghauser seinem Gegner Maximilian Leo (TSV Berchtesgaden), der bei der U17-Europameisterschaft 2025 die Bronzemedaille gewinnen konnte, nicht den Hauch einer Chance. Mit einem glatten 9:0 Sieg sicherte sich Kreimer damit den diesjährigen Titelgewinn.

„Die diesjährigen Bayerischen Meisterschaften waren aus mehreren Gründen ein einmaliges Event. Die Veranstaltung in der HUK-Coburg Arena war ein beeindruckendes Erlebnis. Turniere, in denen auf sechs Matten gleichzeitig gerungen werden, findet man heutzutage wahrlich nicht häufig. Gemessen an der Größe des Turniers war die Organisation der Bayerischen Meisterschaften einwandfrei.“, äußerten sich die Burghauser Trainer überaus positiv über die Ausrichtung der Bayerischen Meisterschaften. Bezugnehmend auf die Leistungen der Burghauser Ringer fanden sie ebenfalls lobende Worte: „Bei unseren Sportlern sieht man eindeutig, dass sowohl das Burghauser Nachwuchskonzept als auch die individuelle Förderung unserer jungen Ringer nun Früchte tragen. Schon in der Jugend wird ein hoher Fokus auf das Erreichen der persönlichen Leistungsspitze gelegt, der sich konsequent bis zum Männer-Bereich durchzieht. Damit prägen unsere Nachwuchstrainer schon in frühen Jahren unsere jüngsten Ringer nachhaltig. Über individuelle Förderungen werden im Jugendbereich anschließend die persönlichen Stärken jedes einzelnen Ringers herausgearbeitet und vertieft, ehe dann der Übergang in den Seniorenbereich erfolgt. Die Ergebnisse der Bayerischen Meisterschaften mit fünfundzwanzig Medaillengewinnen – darunter vierzehn Titelgewinnen - stimmen uns überaus positiv, da man eindeutig sieht, dass der Burghauser Nachwuchs selbst in der Spitze breit aufgestellt ist. Nun liegt der Fokus auf den Deutschen Meisterschaften der einzelnen Altersklassen, die ab Anfang März stattfinden werden.“

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