Eduard Tatarinov bringt Wacker Ringer gegen Lichtenfels auf Siegesstraße

- 12.10.2026, 07:00
- Von: Roman Hölzl
Mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung hat der SV Wacker Burghausen das bayerische Duell gegen den AC Lichtenfels mit 21:11 für sich entschieden. Dabei sah es zunächst danach aus, als könnten die Gäste die Punkte aus Burghausen entführen, doch die Wackerianer kämpften sich mit starken Einzelleistungen zurück und drehten die Begegnung in der zweiten Hälfte eindrucksvoll zu ihren Gunsten.
Den Auftakt machte Eric Dietrich für den SV Wacker Burghausen. Gegen den international erfolgreichen Almaz Smanbekov hatte der Burghauser eine unlösbare Aufgabe vor sich und musste sich in der ersten Halbzeit entscheidend geschlagen geben. Im anschließenden Greco-Schwergewicht traf Alexander Kreimer auf den georgischen Weltklassemann Giorgi Melia. Nachdem Kreimer zuletzt mit zwei starken Auftritten überzeugt hatte, wartete diesmal eine besonders schwierige Aufgabe auf ihn. In der ersten Halbzeit wurde der Wackerianer von den Durchdrehern seines Gegners überrascht. Trotz einer engagierten Leistung nach der Pause konnte Kreimer die 1:9-Niederlage nicht mehr verhindern. Im dritten Kampf des Abends kam es zum Duell zwischen Wackers Neuzugang Amangali Bekbolatov und Ilir Sefaj. Im Vorfeld war ein ausgeglichenes Duell erwartet worden, doch Bekbolatov zeigte eine starke und dominante Vorstellung. Im Standkampf punktete der Wackerianer in der ersten Runde mit einem sehenswerten Hüftangriff, ehe er im Bodenkampf mehrere Durchdreher folgen ließ. Am Ende stand ein in dieser Höhe nicht unbedingt zu erwartender 10:0-Punktsieg zu Buche. Damit verkürzte Burghausen den Rückstand auf 3:7. Im Halbschwergewicht Freistil folgte dann das Highlight des Abends aus Wacker-Sicht: Lokalmatador Eduard Tatarinov bekam es mit dem mehrfachen EM-Medaillengewinner Ibrahim Ciftci zu tun. Trotz eines Gewichtsnachteils von rund zehn Kilogramm ließ sich der Burghauser davon nicht beeindrucken und wuchs förmlich über sich hinaus. Immer wieder konterte Tatarinov die Angriffe des türkischen Olympiateilnehmers und punktete ein ums andere Mal. Mit dieser herausragenden Leistung gelang Tatarinov ein echter Sensationssieg, der seiner Mannschaft den entscheidenden Schub verlieh und den Grundstein für den späteren Mannschaftserfolg legte. Im letzten Kampf vor der Pause traf Dmytro Vertai auf Artur Ebel. Der eigentliche Greco-Spezialist musste sich im Freistil den Beinschrauben seines Gegners erwehren, fand dagegen jedoch kein wirksames Mittel und unterlag technisch überlegen. Damit ging der AC Lichtenfels mit einer 11:5-Führung in die Halbzeitpause.
Zu Beginn der zweiten Hälfte zeigte Idris Ibaev gegen Anthony Sanders erneut seine Extraklasse. Sowohl im Standkampf mit kraftvollen Angriffen an die Hüfte als auch im Bodenkampf mit spektakulären Aushebern setzte der Wackerianer immer wieder Akzente. Kurz vor Schluss gelang ihm schließlich die entscheidende Wertung, mit der er den Kampf technisch überlegen für sich entscheiden konnte. In der 75-kg-Greco-Klasse war Witalis Lasovski durch eine Fingerverletzung leicht gehandicapt. Gegen den jungen Erik Wagner ließ er sich davon jedoch kaum etwas anmerken. Mit seiner ganzen Routine kontrollierte Lasovski das Geschehen, war jederzeit Herr der Lage und sicherte sich einen souveränen 5:0-Punktsieg. Damit glich Burghausen zum 11:11 aus. Im Anschluss brachte Akhsarbek Gulaev die Wackerianer erstmals an diesem Abend in Führung. Gegen Lukas Tomaszek punktete er mit energischen Beinangriffen und ließ im Boden mehrere Beinschrauben zum technisch überlegenen Punktsieg folgen. Im vorletzten Kampf des Abends traf Wackers Europameister David Baev auf Vadim Sacultan. Dass auch der Lichtenfelser international erfolgreich ist und sich keineswegs kampflos geschlagen geben wollte, zeigte sich bereits in der ersten Hälfte, als er Baev zweimal mit einem Beinfeger überraschte. Doch der Wackerianer ließ sich davon nicht aus der Ruhe bringen und drehte nach der Pause so richtig auf. Mit zahlreichen Beinangriffen sammelte Baev Punkt um Punkt und ließ seinem Gegner kaum noch Möglichkeiten, selbst Akzente zu setzen. Am Ende stand ein souveräner 14:4-Punktsieg, mit dem Burghausen seine Führung weiter ausbaute. Für den Schlusspunkt sorgte Wackers Eigengewächs Albert Kreimer. Der deutsche Juniorenmeister feierte gegen Toni Weigelt sein Saisondebüt und zeigte dabei eindrucksvoll, welches Potenzial in ihm steckt. Vor allem im Bodenkampf spielte Kreimer seine Stärken aus, punktete mit Durchdrehern und setzte mit einem blitzsauberen Überwurf ein weiteres Ausrufezeichen. Am Ende gewann der junge Burghauser souverän mit 13:0 nach Punkten und machte damit den überraschend deutlichen 21:11-Erfolg perfekt.
Mit diesem Erfolg hat der SV Wacker Burghausen eindrucksvoll bewiesen, dass die Mannschaft auch gegen höher platzierte Gegner bestehen kann. Entscheidend war neben den starken Auftritten in der zweiten Hälfte vor allem die herausragende Leistung von Eduard Tatarinov, der mit seinem Sieg gegen den international erfolgreichen Ibrahim Ciftci einen der Schlüsselkämpfe des Abends für sich entschied. Der unerwartet klare Erfolg im bayerischen Duell dürfte den Wackerianern zusätzliches Selbstvertrauen für die kommenden Aufgaben im Kampf um die Playoff-Plätze geben.
















