Alle Trümpfe in der Hand: Burghausen will Halbfinal-Einzug klarmachen

Felix Baldauf möchte sich für seine Vorrunden-Niederlage gegen Anton Vieweg revanchieren.

„Man kann durchaus festhalten, dass unser klarer Sieg in Hösbach absolut nicht vorhersehbar war. Wir haben uns zwar einen knappen Sieg ausgerechnet, die Höhe des Ergebnisses war aber allemal überraschend.“, äußerte sich Burghausens Cheftrainer Eugen Ponomartschuk nach dem Viertelfinal-Hinkampf in Hösbach, den der SVW souverän mit 5:16 für sich entscheiden konnte. Doch wenngleich das Burghauser Team nun bereits mit einem Bein im Halbfinale steht, muss am Samstag erst noch der Rückkampf erfolgreich überstanden werden. „Wir werden nichts dem Zufall überlassen und möchten unseren Fans sehenswerte Kämpfe bieten.“, so der Burghauser Trainer weiter.

Schon der letzte Kampftag der regulären Bundesliga-Saison hat gezeigt, dass Hösbach bedingt durch den Wechsel der Stilarten in der Rückrunde mit zu den stärksten Teams der gesamten Liga zählt. So kam es auch nicht von ungefähr, dass die Unterfranken im brisanten Derby gegen Tabellenführer Kleinostheim die Matte als Sieger verließen und der SVW-Staffel in der heimischen Lirkhalle eine 11:21-Niederlage zufügte. Doch nun in den Play-Offs werden die Karten neu gemischt und man darf gespannt sein, welche Aufstellungen die beiden Trainer ins Rennen schicken werden. Dass die Verantwortlichen des KSC Hösbach trotz der 11 Punkte Hypothek die Flinte nicht ins Korn werfen wollen, zeigt der Umstand, dass kurz vor Meldeschluss noch zwei zusätzliche Weltklasseathleten für die Play- Offs aktiviert wurden und sie somit noch einmal mehr Variationsmöglichkeiten in ihrer Aufstellung haben.

Denn in den ersten Gefechten des Kampfabends liegen die Trümpfe weitestgehend bei den Gästen. So punktete in der laufenden Saison Hösbachs Abdolmohammad Papi im Duell zweier Routiniers bereits Burghausens Fabian Schmitt aus. Und auch im Freistil-Schwergewicht konnte Hösbachs Ungar Vladislav Baitsaev heuer bereits einen Punktsieg gegen Erik Thiele feiern. Und auch in der Klasse bis 66kg scheint der Gast in einer klaren Favoritenrolle, nachdem Jamshed Panjshiri im Duell mit Hösbachs Niklas Dorn klar den Kürzeren zog und eine vorzeitige Niederlage hinnehmen musste. Zudem haben die Gäste mit dem Kasachen Daulet Temirzhanov noch einen zweiten Ringer für diese Gewichtsklasse in der Hinterhand, für den sie kurzfristig noch eine Lizenz bzw. Startberechtigung aktivierten. Somit könnte es durchaus sein, dass schon nach den ersten drei Kämpfen der Vorsprung aus dem Hinkampf aufgebraucht ist. Auf Revanche wird hingegen Burghausens Felix Baldauf aus sein, der zuletzt im Vergleich mit Anton Vieweg vollkommen überraschend mit 2:4 den Kürzeren zog. „In diesem Kampf erwarten wir definitiv einen Sieg von Felix. Ich bin mir zu 100% sicher, dass er dieses Mal die Matte als Sieger verlassen wird.“, gibt Eugen Ponomartschuk klar die Marschrichtung für seinen norwegischen Ringer vor. Im letzten Kampf vor der Pause gilt Hösbachs Gevorg Sahakyan in der Klasse bis 71kg im griechisch-römischen Stil erneut als klarer Favorit: die letzten beiden Duelle mit Witalis Lazovski gingen allesamt vorzeitig an den starken Polen der Vikings.

Nach der Pause wird es auf Eduard Tatarinov ankommen, der seinen beeindruckenden Erfolg gegen Ahmed Dudarov wiederholen möchte. Beim letzten Aufeinandertreffen der beiden Athleten setzte sich Tatarinov mit einer seiner besten Saisonleistungen klar mit 11:3 durch. Eine Wiederholung dieses Ergebnisses wäre aus Burghauser Sicht im Hinblick auf das Gesamtergebnis enorm wichtig. In der Freistilklasse bis 75kg deutet beim SVW derzeit alles auf einen Start des russischen Europameisters David Baev hin. Dieser konnte im Hinkampf seinen defensivstarken Landsmann Aznaur Tavaev mit 2:7 souverän und ungefährdet bezwingen. Im 75kg Greco-Limit wird es Baschir Kartojev wohl mit dem langjährigen Burghauser Punktegaranten Michael Widmayer zu tun bekommen, eine Begegnung dessen Ausgang völlig offen ist. Sollten die Hösbacher in dieser Gewichtsklasse jedoch auf den armenischen Weltklasseringer Shant Khachatryan setzen, würde sich Kartojev in der Außenseiterrolle wiederfinden. Wie schon im Hinkampf des Viertelfinals könnte es durchaus auch erneut zum Duell zwischen Idris Ibaev und Tim Müller kommen. Während Hösbachs Eigengewächs stilartfremd bei den letzten beiden Gefechten chancenlos unter die Räder kam, wäre ein anderes Ergebnis nur dann erwartbar, wenn Hösbach ihren amtierenden Weltmeister Malkas Amoyan auf die Matte bringen könnte. Nachdem dieser aber bereits im Vorrundenkampf fehlte, wäre sein Erscheinen in Burghausen als durchaus überraschend einzustufen. Sollte es wirklich Spitz auf Knopf kommen, könnte das letzte Mattengefecht durchaus noch entscheidenden Charakter bekommen. Während im letzten Saisonkampf Hösbachs amtierender Bronzemedaillengewinner der Weltmeisterschaften Khidir Saipudinov dem Burghauser Eigengewächs Mansur Dakiev in allen Punkten überlegen war, dürfte sich nun ein anderes Bild bieten. Denn sowohl der französische Vize-Europameister Zelimkhan Khadjiev als auch der spanische EM-Fünfte Mohammad Mottaghinia dürften den Kampf deutlich offener gestalten können.

Die Sportparkhalle öffnet ihre Pforten um 17:00 Uhr. Abseits der Matte gibt es ein interessantes Rahmenprogramm: von 17:00 bis 18:00 Uhr haben die Burghauser Ringer eine Happy Hour ausgerufen – damit gibt es eine Stunde lang vergünstigte Getränke, um den Zuschauern das Warten auf den Kampfbeginn zu erleichtern. In der Grillhütte werden die Zuschauer mit Grillspezialitäten, u.a. der Burghauser Ringerwurst, verköstigt. Dazu wird passend zum winterlichen Wetter Glühwein ausgeschenkt. In der Halle gibt es die klassischen Ringer-Köstlichkeiten: warme Leberkäs-Semmeln, diverse Kuchen und andere Schmankerl. Apropos Schmankerl: in der Halbzeitpause dürfen sich die Zuschauer über zwei Einlagen der Cheerleader des TV 1868 Burghausen freuen. Unter der Führung von Abteilungsleiterin Marion Konnerth werden die mehrfach prämierten Bayerischen Meisterinnen der „Burghausen Magic“ ihre Showeinlagen zum Besten geben. Nach dem Kampftag können die Fans gemeinsam im Rahmen einer kleinen und gemütlichen After-Party den Abend ausklingen lassen.

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