Team D Paralympics vor dem Start in Mailand Cortina 2026

Insgesamt reisen 40 Sportler*innen und acht Guides als Team Deutschland Paralympics nach Italien. Damit wird es die zweitgrößte deutsche Mannschaft in der Geschichte der Paralympics sein - nur in Lillehammer 1994 waren noch drei Athlet*innen mehr dabei. Hinzu kommen 49 Personen aus dem Funktionsteam. 

Insgesamt werden sich etwa 650 Athlet*innen aus der ganzen Welt in sechs verschiedenen Sportarten messen: Para Eishockey, Para Biathlon, Para Skilanglauf, Para Ski alpin, Para Snowboard und Rollstuhlcurling. Seit 20 Jahren konnten sich die deutsche Para Eishockey-Nationalmannschaft wieder für die Paralympischen Spiele qualifizieren. Erstmalig wird es beim Rollstuhlcurling auch einen Wettbewerb im Mixed Double geben. Die Athlet*innen des Team D Paralympics treten bis auf Rollstuhlcurling in allen Wettbewerben an.

Paralympische Spiele im TV und Streaming

ARD und ZDF werden umfassend von den Paralympics berichten. ARD zeigt am 11. März (14.00 - 17.00 Uhr) und 13. März (9.00 - 15.00 Uhr) die Wettkämpfe live im linearen Fernsehen, dazu sind die Paralympics am 12. und 14. März in die Wintersport-Berichterstattung des Senders eingebunden. Darüber hinaus berichtet Eurosport erstmalig von den Paralympics und zeigt täglich Highlights der Wettkämpfe auf seinem TV-Sender und im Streaming.

Deutsches Haus in Cortina d' Ampezzo 

Auch die Athlet*innen des Team D Paralympics können ihre Erfolge im Deutschen Haus in Cortina feiern. Das Deutsche Haus wird außerdem wieder Treffpunkt für Vertreter*innen aus Sport, Wirtschaft, Medien, Gesellschaft und Politik sein.

Besonderes Jubiläum

In den italienischen Alpen feiern die Paralympics ihr 50. Jubiläum. Die erste Ausgabe fand 1976 im schwedischen Örnsköldsvik statt. 

Die wichtigsten Zahlen, Daten und Fakten zum Team gibt es hier.

„Integration passiert nicht von allein“

Mit unserer IdS-Interviewreihe geben wir 2026 den Menschen eine Stimme, die „Integration durch Sport“ täglich mit Leben füllen – und zeigen, warum das Bundesprogramm für den organisierten Sport und unsere Gesellschaft unverzichtbar ist. Teil 1 mit Muhammad-Fuzael Ul-Hassan, Referent für das Bundesprogramm „Integration durch Sport“ beim Stadtsportbund Bielefeld.

DOSB: Wie bist du allgemein zum Sport gekommen? 

Muhammad-Fuzael Ul-Hassan: In meiner Familie hat Sport keine sehr lange Geschichte. Und doch findet sie sich an einigen Stellen. Meine Eltern kommen aus Pakistan, dort gibt es keine klassische Vereinslandschaft, wie wir sie hier kennen. Als mein Vater nach Deutschland kam, war er Mitbegründer des ersten Pool-Billard-Clubs in Minden. Er war auch der Grund, warum ich mit sieben Jahren in einen Fußballverein gekommen bin. Das war gar nicht meine Idee. Mein Vater meinte einfach: „Sport ist wichtig, ich möchte, dass du da hingehst.“ Und irgendwann habe ich gemerkt: Sport liegt mir. In der fünften Klasse habe ich zusätzlich mit Leichtathletik angefangen und darin später auch als Trainer gearbeitet. Spätestens da wurde mir klar, dass Sport für mich ein großes Thema ist. Sport ist bis heute ein elementarer Bestandteil meines Alltags. Also ja: Sporterfahrung bringe ich auf vielen Ebenen mit.

Wie kam dann der Sprung zum Bundesprogramm „Integration durch Sport“?

Es ist tatsächlich ein glücklicher Zufall, dass mir die Stelle bei „Integration durch Sport“ angeboten wurde. Ich habe vorher in der freien Wirtschaft gearbeitet und hätte nicht erwartet, noch während des Studiums im gemeinwohlorientierten Sportbereich zu landen. Es war vor allem ein super Einstieg, weil das Thema genau meinem Interesse entspricht: Soziale Ungleichheit, Nachhaltigkeit, Unterrepräsentanz verschiedener Personengruppen, Kommunikation oder Systemtheorie im Sport waren schon große Bestandteile meines Studiums. Sportsoziologie und -management waren die Schwerpunkte. Auch das Bundesprogramm war an verschiedenen Stellen Inhalt des Studiums. Insofern lag „Integration durch Sport“ schon immer irgendwie nah für mich.

Viele stellen sich unter einem Referentenjob vor, dass man den ganzen Tag nur am PC sitzt und E-Mails schreibt. Wie sieht dein Arbeitsalltag bei IdS wirklich aus?

Ich habe keine starre Arbeitswoche. Ein großer Teil meiner Arbeit besteht darin, mit Sportvereinen oder deren Vertreter*innen im Austausch zu sein. Besonders in der Stützpunktförderung begleiten wir die Vereine: Wir sprechen darüber, welche Maßnahmen geplant sind, welche Ideen sie haben, und ich setze das dann verwaltungstechnisch um. Aber das ist nur die eine Seite. Uns beschäftigt vor allem die Frage: Was können wir gemeinsam im Verein tun, damit Integration, Inklusion und Vielfalt wirklich gelebt werden? In Bielefeld haben wir aktuell vier Stützpunktvereine mit sehr unterschiedlichen Profilen. Zwei sind klassische Traditionsvereine. Dann gibt es den MCH Futsal-Club Bielefeld, der aus der offenen Kinder- und Jugendarbeit hervorgegangen ist. Und wir haben einen für IdS eher ungewöhnlichen Verein dabei: den Bielefelder Golfclub. Manche fragen sich: „Warum unterstützen wir einen hoch privilegierten Verein in einer weiß-dominierten Sportart?“ Aber genau das finde ich spannend. Ich möchte bewusst in Räume gehen, in denen Menschen mit internationaler Geschichte oder BPoC unterrepräsentiert sind.

Sport verbindet Generationen

Sport ist weit mehr als körperliche Betätigung. Er ist Begegnungsraum, Gesundheitsmotor und soziales Bindeglied zugleich. In einer Gesellschaft, die vom demografischen Wandel geprägt ist, gewinnt der generationenübergreifende Sport zunehmend an Bedeutung. In deutschen Sportvereinen begegnen sich Kinder, Jugendliche, Erwachsene und Ältere - sie trainieren, lernen und engagieren sich gemeinsam. So entsteht Gemeinschaft über Altersgrenzen hinweg. 

Der Deutsche Olympischer Sportbund (DOSB) verfolgt dabei konsequent das Leitbild „Sport für Alle“. Ziel ist es, sportliche Aktivität von der Kindheit bis ins hohe Alter zugänglich zu machen. Generationensport wird als Querschnittsaufgabe verstanden: Er umfasst Breiten- und Gesundheitssport, Integrationsarbeit, Engagementförderung sowie die Weiterentwicklung moderner Vereinsstrukturen. 

Vom Seniorensport zum Generationenansatz 

Bereits in den 1970er- und 1980er-Jahren entstanden erste zielgruppenspezifische Bewegungsangebote für ältere Menschen. Mit der steigenden Lebenserwartung und gesellschaftlichen Veränderungen wurde deutlich, dass Sportangebote kontinuierlich weiterentwickelt werden müssen. 

In den vergangenen zwei Jahrzehnten hat der DOSB den Bereich „Sport der Älteren“ systematisch ausgebaut. Wichtige Impulse setzten Projekte wie „Richtig fit ab 50“ (2003-2006) und „Bewegungsnetzwerk 50 plus“ (2009-2012), die neue Kooperationen mit Wohlfahrtsverbänden sowie Senioren- und Gesundheitsorganisationen ermöglichten. 

Mit „AUF (Aktiv Und Fit) Leben“ wurden bis 2015 neue Zielgruppen - darunter Hochaltrige und pflegende Angehörige - angesprochen und innovative Zugänge zur Bewegungsförderung erprobt. 

Von 2020 bis 2022 rückte das Projekt „Sport bewegt Menschen mit Demenz“ die Bedürfnisse von Menschen mit kognitiven Einschränkungen in den Mittelpunkt. Auch nach Projektende bietet der DOSB weiterhin jährliche Online-Fortbildungen für Übungsleitungen an - in Kooperation mit dem Demenzzentrum Trier und der Deutschen Alzheimer Gesellschaft. 

Gesundheit, Teilhabe und Zusammenhalt 

Regelmäßige Bewegung trägt in jeder Lebensphase zur körperlichen und psychischen Gesundheit bei. Im Alter hilft sie, Mobilität und Selbstständigkeit zu erhalten, Stürzen vorzubeugen und sozialer Isolation entgegenzuwirken. Programme wie der Alltags-Fitness-Test (AFT) oder „FIVE – Fit und verbunden gegen Einsamkeit“ setzen hier gezielt an. 

Gleichzeitig schafft Sport Räume der Begegnung. Familien nehmen gemeinsam an Kursen teil, Großeltern engagieren sich im Ehrenamt, Jugendliche übernehmen Verantwortung als Trainerinnen und Trainer. Projekte zur Engagementförderung zeigen, wie wichtig flexible Strukturen sind, um Menschen im mittleren Erwachsenenalter und Ältere für Vorstands- oder Leitungsaufgaben zu gewinnen. 

Auch Integration ist ein zentrales Thema. Im Rahmen des Programms „Integration durch Sport“ wurde das Projekt „GeniAl: Gemeinsam bewegen - Gesund leben im Alter“ initiiert. Es richtete sich insbesondere an ältere Menschen mit Migrationsgeschichte, die im organisierten Sport bislang unterrepräsentiert sind. Ziel war es, nachhaltige und bedarfsgerechte Angebote zu entwickeln und soziale Teilhabe zu stärken. 

Antworten auf neue Herausforderungen 

Die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen verändern sich stetig. Klimawandel und zunehmende Hitzeperioden stellen gerade ältere Menschen vor neue gesundheitliche Herausforderungen. Das Projekt „Sport und Bewegung mit älteren Menschen bei Hitze“ (BIÖG) entwickelt praxisnahe Handlungsempfehlungen für Vereine. 

Gleichzeitig gilt es, Zugangsbarrieren abzubauen. Mit der Bewegungslandkarte stellt der DOSB erstmals eine bundesweite Plattform zur Verfügung, auf der rund 87.000 Sportvereine mit ihren Angeboten zentral online einsehbar sind. So wird der Zugang zum organisierten Sport erleichtert - transparent, niedrigschwellig und wohnortnah. 

Generationensport als Zukunftsaufgabe 

Generationensport bedeutet heute mehr als altersgerechte Gymnastik oder Familiensporttage. Er steht für ein umfassendes Verständnis von Sport als gesellschaftlicher Gestaltungsraum. Der DOSB hat gemeinsam mit seinen Mitgliedsorganisationen in den vergangenen Jahren wichtige strukturelle Grundlagen geschaffen und innovative Projekte angestoßen. 

Verbandsautonomie: Was das ist und wofür sie gut ist

Aufgrund aktueller Berichterstattung über mögliches Fehlverhalten in einer unserer Mitgliedsorganisationen und Fragen dazu, inwiefern die Politik und der DOSB als Dachverband hier tätig werden können, haben wir die wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema Verbandsautonomie noch einmal zusammengefasst.

Was es damit auf sich hat und was die Verbandsautonomie an Eingriffen erlaubt und was nicht, erklären wir hier.

„Es gibt keine Abkürzung zum Erfolg“

Am 17. Februar gab der Deutsche Tennis Bund (DTB) bekannt, dass ein Nachfolger für Rainer Schüttler gefunden wurde. Der Kapitän der Billie-Jean-King-Cup-Mannschaft war im November 2025 nach dem Abstieg aus der Weltgruppe zurückgetreten. Seinen Posten übernimmt nun Torben Beltz, der seit Dezember 2024 als Chefbundestrainer für die deutschen Damen fungiert. Im DOSB-Interview erläutert der in Itzehoe geborene 49-Jährige, der als Trainer von Angelique Kerber seine größten Erfolge feierte, welche Herausforderungen ihn in der neuen Doppelfunktion erwarten.

DOSB: Torben, herzlichen Glückwunsch zum neuen Amt! Bedeutet die Doppelfunktion in erster Linie doppelte Arbeit oder doppeltes Vergnügen?

Torben Beltz: Ich finde, dass der zusätzliche Posten eine Erweiterung meines bisherigen Jobs darstellt, aber keinesfalls doppelte Arbeit. Ich war auch bislang schon für die Damen zuständig, hatte immer Kontakt zu allen Spielerinnen, war auf den großen nationalen und internationalen Turnieren unterwegs. Insofern sehe ich es als eine logische Weiterentwicklung und eine tolle Aufgabe, auf die ich mich sehr freue. Ich danke dem DTB für das in mich gesetzte Vertrauen.

Warum ist es aus deiner Sicht logisch, beide Ämter auf eine Person zu vereinen? Bei Barbara Rittner war das auch so, Rainer Schüttler dagegen war nicht Chefbundestrainer. Was spricht dafür, was dagegen?

Aus meiner Sicht passt beides sehr gut zueinander. Ich habe eine große Nähe zu den Spielerinnen. Ich weiß, wie sie trainieren und was sie brauchen, um ihre Bestleistung abzurufen. Gleichzeitig kenne ich dank meiner jahrelangen Tätigkeit mit Angie auf der WTA-Tour viele Gegnerinnen sehr gut, was gerade im Billie Jean King Cup sehr wertvoll sein kann. Ich will aber gar nicht werten, ob die Doppelfunktion besser ist als eine Trennung der Ämter. Rainer hat über sechs Jahre tolle Arbeit geleistet, und letztlich müssen sowohl der Verband als auch die betreffenden Personen entscheiden, was die beste Lösung ist. Für mich persönlich kann ich sagen, dass ich richtig Lust habe, beide Ämter zu vereinen, den Damenbereich nach vorn zu bringen und ein schlagkräftiges neues Team für den Billie Jean King Cup aufzubauen.

Was ändert sich für dich in deinem Arbeitsablauf?

Gar nicht so viel, denn wie schon gesagt war ich auch im vergangenen Jahr viel auf Turnieren unterwegs. In den ersten Wochen bin ich sicherlich etwas mehr auf Reisen, ich versuche, alle Spielerinnen zu besuchen und mit ihnen über die Neuausrichtung zu sprechen. Ich will Feedback sammeln und von ihnen hören, was wir besser machen können und welche Vorstellungen sie haben. Und die Wettkampfwochen, wenn wir im Billie Jean King Cup unterwegs sind, werden sicherlich intensiver. Möglicherweise schaue ich jetzt noch ein wenig mehr auf unser Eliteteam als zuvor, denn das Wichtigste wird jetzt sein, ganz eng an den Spielerinnen zu bleiben.

Die deutschen Tennisdamen sind erstmals seit 2012 aus der Weltgruppe abgestiegen. Seit Jahren hatte sich dieser Niedergang abgezeichnet, nachdem die goldene Generation um Angie Kerber, Andrea Petkovic und Julia Görges abgetreten war. Barbara Rittner hat einige Male die Leistungsbereitschaft der nachfolgenden Generation kritisiert. Wie nimmst du das wahr?

Kritik ist selbstverständlich erlaubt. Wir alle hätten gern ein paar mehr Spielerinnen unter den besten 100 der Welt. Allerdings habe ich bei unserer aktuellen und auch der nächsten Generation gar nicht den Eindruck, dass es an Leistungsbereitschaft fehlt. Um in der Weltspitze mitzuhalten, hast du nur eine Chance, wenn du hart und ausdauernd trainierst, und das nicht nur während der Saison, sondern auch in der Off-Season. Es gibt keine Abkürzung zum Erfolg, das wissen die Mädels alle. Und was sie noch nicht wissen, versuchen wir ihnen zu vermitteln. Allerdings ist das ein Entwicklungsprozess, der Zeit braucht. Diese Geduld haben wir.

Auf wieviel Zeit in der Zweitklassigkeit im Billie Jean King Cup müssen sich denn die deutschen Tennisfans einstellen?

Ich hoffe natürlich, dass unsere Arbeit schon in den kommenden ein, zwei Jahren Früchte trägt. Unser neues Leistungssportkonzept „Gemeinsam! Weltklasse! Entwickeln!“ sieht vor, dass wir 2032 acht bis zehn Spielerinnen in den Top Ten haben. Aber ich bin sehr zuversichtlich, dass wir einige haben, die schon in der nahen Zukunft diesen Schritt schaffen werden. Wir wissen alle, was dazugehört, aber wir können uns auf eine Reihe an interessanten Spielerinnen freuen. Das Gefühl, dass einige unserer Talente nicht weit vom Topbereich entfernt sind, habe ich auf jeden Fall.

Mehrsprachig, praktisch, kostenlos: Die IdS-Sportwörterbuch-App

Die „Sportwörterbuch“-App umfasst über 150 Begriffe in 10 Sprachen aus dem Sportalltag und ist in 17 thematische Kapitel gegliedert. Enthalten sind unter anderem Vokabeln zu Sportgeräten, Sportstätten, Spielaktionen und Erster Hilfe. Damit wird das Verständnis im Trainingsalltag ebenso gestärkt wie die Orientierung im Vereinsleben. Ergänzt wird das Angebot durch kurze Erklärungen zur Frage „Was ist ein Sportverein?“.

Ziel: Zugang zum Vereinssport erleichtern

Entstanden ist die App im Bundesprogramm „Integration durch Sport“ als Gemeinschaftsprojekt des Landessportbundes Niedersachsen und des Landessportbundes Nordrhein-Westfalen. Ziel ist es, Menschen mit unterschiedlichen Sprachkenntnissen den Zugang zum Vereinssport zu erleichtern. Die App richtet sich sowohl an Menschen mit Migrationsgeschichte als auch an deutschsprachige Engagierte, die Sport als Brücke nutzen möchten.